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Livekritik zu

Das Spiel ist aus

27.03.2014 - 25.05.2015 | Berlin [ Mitte ] / Deutsches Theater Berlin
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Deborah Katona
am 29.03.2014

"One room for us, one room both for us, one room for us is not available.“ Zu den Klängen von The Notwist ist das Spiel aus im Deutschen Theater. Eineinhalb Stunden haben Eve Charlier und Pierre Dumaine, intensiv gespielt von Judith Hofmann und Ole Lagerpusch, gekämpft: Um ihr Leben, ihre Liebe, gegen Ehemann und Genossen – und vor allem gegen die eigenen Gedanken, gegen sich selbst.

Regisseurin Jette Steckel hat Jean-Paul Sartres „Das Spiel ist aus“ bombastisch inszeniert, fast spielfilmmäßig. Theater im Kinoformat. Cineastisch beginnt „Das Spiel ist aus“ dann schon. Auf einer riesigen Leinwand erscheint einen Film in schwarz-weiß, aufwendig produziert erzählt er die Vorgeschichte der beiden Hauptfiguren. Man sieht Eve, einer Milizengattin, beim Sterben zu, genau wie dem Widerstandskämpfer Pierre. Sie vergiftet vom Ehemann, er erschossen, eint die beiden der Tod.

Im Totenreich dann treffen sie aufeinander, entdecken die verwirrend beängstigende, aber schaurig faszinierende Welt. Steckel lässt ein Paar im Nebel tanzen, da sind Zwerge, eine barocke Damengestalt und der buckelige Wächter. Er führt die beiden "Neuankömmlinge" ein in die beklemmende Welt der Toten: Sie können die Lebenden sehen, einschreiten in die Realität aber nicht. Und so müssen Eve und Pierre hilflos zusehen, wie der intrigante Ehemann sich an die jüngere Schwester heranmacht und die Widerstandsgenossen in eine Falle rennen.

Jette Steckel hat für die Inszenierung am Deutschen Theater Schauspieler- und Zuschauer-Raum getauscht. Das Publikum sitzt auf der Bühne, dreht sich um sich selbst: In völliger Dunkelheit, im Plastikfetzen-Regen, unter einem vernebelten Lichtkegel. Fast ununterbrochen Musik, kaum Szenen ohne Töne, die mal bedrohlich, mal friedlich wirken und noch mehr zum Kinogefühl beitragen.

Im Stück dauert es nicht lange, bis Liebe zwischen Eve und Pierre aufkeimt. Und diese Liebe soll ihr Ausweg werden. Denn die beiden waren zu Lebzeiten füreinander bestimmt, durch einen Fehler im System jedoch haben sie sich nie kennen gelernt. Für 24 Stunden darf das junge Paar zurück ins Leben, muss dort beweisen, dass es zueinander steht und keine Zweifel an seinen Gefühlen hegt. Doch die Realität holt beide schnell wieder ein und sie stellen erschrocken fest: "Im Tod war die Liebe leichter.“

"One room for us, one room both for us, one room for us is not available.“ Den Kampf gegen sich selbst und für ihre Liebe – man ahnt das Unheil schon voraus - verlieren Eve Charlier und Pierre Dumaine. Das Deutsche Theater hingegen und die Zuschauer haben mit dieser Inszenierung eine Menge gewonnen.

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Theater im Kinoformat - eine bombastische Inszenierung.

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