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Livekritik zu

Don Giovanni

21.06.2015 - 30.10.2015 | Wien / Wiener Staatsoper
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cgohlke
am 10.12.2018

Schwach

„Nabucco“ an der Wiener Staatsoper

 

Premiere hatte Günter Krämers Inszenierung von Verdis „Nabucco“ an der Wiener Staatsoper im Mai 2001. Jetzt gab es im Haus am Ring die 77. Aufführung dieser Produktion zu sehen. Sie war durchweg enttäuschend.

Krämers Arbeit verdient den Namen ‚Inszenierung‘ kaum. Von psychologischer Durchdringung und genauer Personenführung kann hier überhaupt keine Rede sein. Die Sänger bleiben sich selbst überlassen und kommen, bewegen sie sich überhaupt einmal, über unbeholfen wirkende Standardgesten nicht hinaus. Die Arbeit mit dem Chor scheint Herrn Krämer gleich gar nicht interessiert zu haben: Er bleibt zumeist einfach im dunklen Bühnenhintergrund stehen. Wenig originell ist das sparsame Bühnenbild von Manfred Voss und Petra Buchholz. Ein schwarzes Halbrund, das bald oben, bald unten von einem mal orangfarbenen und mal blauen Streifen geschmückt wird. Im Vordergrund stehen nebst einem Schaukelpferd und einem Kasperltheater ein Metallgestell (Kaffeemühle? Fleischwolf? Taucherglocke? Aus Reihe 13 ist das nicht zu entscheiden und vermutlich auch völlig egal) sowie ein Aquarium aus Plastik, in dem Schwert und Krone gülden schimmern. Die Kostüme von Falk Bauer zeigen die unvermeidlichen Straßenanzüge, wobei nach alter Konvention der Zweireiher für den Bösewicht vorbehalten bleibt.

Man nähme all das hin – wenn nur gut genug musiziert würde. Leider enttäuscht der Wiener „Nabucco“ auch in dieser Hinsicht. Das liegt nicht unbedingt an Paolo Carignani und dem Orchester der Staatsoper, das stimmungsvoll und immer wieder sehr kangschön spielt, wenn auch ohne Schärfe und letzte Präzision. Auch Luca Salsi überzeugt in der Titelrolle mit einem kraftvollen und doch geschmeidigen Bass, der vor allemm im 4. Akt an Eindringlichkeit gewinnt. Ain Angers Stimme klang in der Rolle des Zaccaria anfangs angegriffen, fand später aber zu einem freieren Ton. Problematisch war indes vor allem die zentrale Frauenrolle besetzt. Liudmyla Monastyrskas Sopran ist zwar durchdringend, aber die Schärfen und das flackernde Vibrato ihrer Stimme sind nicht eben angenehm fürs Ohr. Zu blass blieben Syilvia Vörös als Fenena und Lukhanyo Moyake als Ismaele. So gab es am Ende des Abends vom wohl hauptsächlich aus Touristen bestehenden Publikum freundlichen und müden Applaus für eine insgesamt beklagenswert schwache Vorstellung.

 

Wien, 9. Dezember 2018

Besucherfazit

Durchweg enttäuschend

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