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Die satanischen Verse / Liebeskonzil

08.09.2015 - 09.09.2015 | Hamburg [ Mitte ] / Hamburger Sprechwerk
Foto: Stefan Malzkorn
Foto: Stefan Malzkorn
Beschreibung: 

nach Salman Rushdie / Oskar Panizza
Bühnenfassung von Andreas Lübbers
 
Mit: Stephan Arweiler, Jasmin Buterfas, Ines Nieri, Tom Pidde, Thomas Krecker, Sandra Kiefer, Lars Ceglecki. Regie: Konstanze Ullmer. Dramaturgie: Andreas Lübbers.
 
Die SATANISCHEN VERSE muss man nicht erklären. Auch wer den Inhalt nicht kennt, wird sich daran erinnern, dass der Autor Rushdie für dieses Buch mit dem islamischen Todesurteil bedacht worden ist. Er lebt noch, doch das Urteil ist weiterhin gültig. Für das Stück DAS LIEBESKONZIL ist der Autor Panizza 100 Jahre zuvor "nur" ins Gefängnis gegangen.
Warum diese Härte?
Weil beide Autoren es gewagt haben mit den Mitteln der Satire den Dogmatismus ihrer Religion in Frage zu stellen. In Zeiten von "Charlie Hebdo" ein hochaktuelles Thema.
 
Salman Rushdie erzählt in dem komplexen Roman SATANISCHEN VERSE die surreale Geschichte von zwei Indern, die auf dem Flug nach London als Einzige einen Terroranschlag überleben. Während sich der Stimmenimitator Chamcha danach für einige Zeit in ein Monster mit teuflischen Zügen verwandelt, mutiert der durch Theologicals berühmt gewordene Schauspieler Gibril zum Erzengel Gabriel und leidet sowohl unter Albträumen als auch schizophrenen Wahnvorstellungen. Wahn, Traum und Wirklichkeit sind dabei kaum noch zu unterscheiden. Das zentrale Thema des Romans "Die satanischen Verse" ist die Dichotomie Glaube und Zweifel. Zugleich wendet er sich gegen jede Art politischer oder religiöser Bevormundung.
Fanatische Moslems empörten sich über die Darstellung des Propheten in "Die satanischen Verse". Dazu kam, dass die groteske Figur eines Imam im Exil als Karikatur des Ayatollah Ruhollah Khomeini (1902 – 1989) aufgefasst werden konnte, der 1978/79 die Islamische Revolution im Iran ausgelöst hatte. Ayatollah Khomeini verhängte am 14. Februar 1989 die Fatwa gegen Salman Rushdie und setzte ein Kopfgeld für die Vollstreckung aus. 
 
DAS LIEBESKONZIL ist ein satirisch-groteskes Drama von Oskar Panizza aus dem Jahr 1894.
Panizzas Hauptwerk ist eine radikal antikatholische Satire, die das plötzliche Auftreten der Syphilis Ende des 15. Jahrhunderts als göttliches Auftragswerk des Teufels erklärt. Nachdem Gott von den menschlichen Sünden auf Erden erfahren hat, verhandelt er mit dem Teufel einen Pakt. In diesem hat der Teufel das Recht auf ein prächtiges Portal für die heruntergekommene Hölle, unangemeldete Sprechstunden mit Gott und vor allem die Freiheit, seine Gedanken zu verbreiten. Im Gegenzug solle er jedoch eine grausame Strafe für die Auswüchse auf Erden erfinden. Der Teufel erschafft eine Krankheit, die sich Schritt für Schritt auf der Welt ausbreitet: die Syphilis.
Aufgrund der „Himmelstragödie“ wurde Panizza 1895 wegen Blasphemie zu einer einjährigen Zuchthausstrafe verurteilt und ging danach ins Exil in die Schweiz. Das in Deutschland verbotene Stück wurde erst 1969 in Paris uraufgeführt.
 
Buch und Stück hat Andreas Lübbers gestrafft, dramatisiert und miteinander verwoben.
 
Diese Produktion ist eine Eigenproduktion des Hamburger Sprechwerks im Rahmen der Reihe "Wortgefechte" und wird durch die Kulturbehörde Hamburg gefördert.
 
Kartenpreise:
VVK: 19,40 €, ermäßigt 11,70 € (incl. VVK-Gebühren)
AK: 20 €, ermäßigt 12,50 €
 
Fr 28.08.2015 (Premiere), Sa 29.08.2015 jeweils um 20 Uhr, So 30.08.2015 um 18 Uhr
Di 08.09., Mi 09.09.15 jeweils um 20 Uhr

Gesamtwertung aus 1 Livekritik

  • Fazit
  • Unterhaltung
  • Anspruch
  • Preis/Leistung
  • Atmosphäre
  • Hamburg [ Mitte ] | Klaus-Groth-Str. 23 (U/S Berliner Tor)

    Hamburger Sprechwerk

    Hamburger Sprechwerk © Stefan Malzkorn

    Das Hamburger Sprechwerk wurde im Herbst 2004 gegründet um dem Bedürfnis der Hamburger professionellen freien Theaterszene nach einem gut ausgestatteten Veranstaltungsort Rechnung zu tragen. Mit ihren Maßen von 10,50 x 13,30 (Portalbreite) gehört die Bühne zu den größten und schönsten Off-Theater-Spielräumen Hamburgs.

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