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Livekritik zu

Kinderkonzert 1: Ritter, Räuber und Rapunzel

11.05.2014 - 12.07.2014 | Berlin / Komische Oper Berlin
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Sonja Köllinger
am 13.05.2014

Die Oper CASTOR ET POLLUX von Jean-Philippe Rameau aus dem Jahr 1737 (gezeigt wurde die überarbeitete Fassung von 1754) erzählt von einer verstrickten Liebesgeschichte zweier Brüder und Schwestern aus der griechischen Mythologie. Barrie Koskys Inszenierung über Liebe, Eifersucht, Leidenschaft und Hass wurde bereits im Jahr 2011 in der English National Opera in London auf die Bühne gebracht und dort mit dem Laurence Olivier Award, dem wichtigsten britischen Theaterpreis, ausgezeichnet. Das Orchester wurde von dem schottischen Dirigenten Christian Curnyn geleitet, einem Spezialisten auf dem Gebiet der Barockmusik. Die Streicher der Komischen Oper Berlin spielten in dieser Inszenierung zum ersten Mal mit Barockbögen. 

Das Bühnenbild war sehr einfach gehalten. Nur wenige Requisiten standen den Darstellern zur Verfügung und auch die Kleiderwahl war mit Anzügen für die Herren und einfarbigen Kleidchen für die Frauen eher schlicht und modern. Die gesamte Aufmerksamkeit des Zuschauers galt also der musikalischen Leistung des Ensembles. 

Eine gute sängerische Leistung brachten in jedem Fall Nicole Chevalier als Télaire, Allan Clayton als Castor und Aco Aleksander Bišćević als Mercure. Sowohl durch ihre Stimme als auch durch die schauspielerischen Momente erzeugten sie eine sehr emotionale Atmosphäre, die das Publikum an ihrem jeweiligen Schicksal teilnehmen ließ. Ein besonderes Lob muss auch dem Orchester ausgesprochen werden. Auf sehr eingängige Art und Weise untermalten die Musiker die Reise der Protagonisten in ihre eigenen inneren Abgründe.

Der Chor, der im ganzen Verlauf des Stückes immer mal wieder plötzlich auf die Bühne kam und genauso schnell wieder verschwand, lockerte die aufgrund der Thematik doch sehr traurige und düstere Stimmung gekonnt auf. Ob als tanzende und springende Menge auf der Hochzeit von Castor und Télaire, und dabei durch Koskys raffiinierte Inszenierung die ursprüngliche Choreographie der Gavotte umgehend, oder als Geister der Unterwelt in weißen Unterhosen - die zahlreichen Sänger und Sängerinnen waren dem Publikum oftmals einen Lacher wert. 

Insgesamt ist die Inszenierung durchaus sehenswert. Trotz des schlichten Bühnenbildes hält das Stück hier einige wenige Überraschungen bereit, wie beispielsweise den Hohepriester des Jupiter, der mit seinen Nosferatu-Händen ein tolles Kostüm trägt oder dem Glitzerregen der Sterne. Dennoch ist der Funke an diesem Abend nicht ganz übergesprungen. Die gute, jedoch nicht herausragende Leistung der Sänger und Sängerinnen, konnte die doch sehr starke Reduzierung jeglicher Requisiten und auch der Handlung nicht vollends rechtfertigen. Somit zeigen sich im gesamten Verlauf dann doch einige Längen im Stück. Ein Auf und Ab der Emotionen also  - nicht nur bei den Protagonisten, sondern ebenso beim Publikum!

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Sehenswert, jedoch nicht revolutionär!

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