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Livekritik zu

Die Königs vom Kiez

06.09.2013 - 26.05.2018 | Hamburg [ Mitte ] / Schmidt Theater
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Marie-Claire
am 20.04.2014

Hamburg, meine Perle!

Mein Herz schlägt für Hamburg und diese patriotische Empfindung teile ich wohl auch mit meinen Mitmenschen, zumindest am heutigen Abend. „Die Königs vom Kiez“ lässt das Schmidt Theater aufblühen wie eh und je. Alt eingesessene Hamburger sitzen im Publikum, der Altersdurchschnitt der Zuschauer liegt bei etwa 60 aufwärts. Doch davon lass ich mich nicht abschrecken!

Der Samtvorhang geht auf, willkommen auf dem Kiez! Ein Ausschnitt aus dem Leben auf der Reeperbahn repräsentiert eine buntzusammengewürfelte Familie. Sie lebt am Existenzminimum, das Hauptproblem des Stückes: Sie können die Miete nicht zahlen. Der Vater, Herr „König“ ist ein Säufer und bringt nicht mehr zustande als Pfandflaschen zu sammeln und ein paar Groschen in einen Spielautomaten zu stecken und natürlich das „viel“ gewonnene Geld zu vertrinken. Einer seiner Söhne baut Gras an um es an irgendwelche zwielichtige Kriminelle zu verhökern. Sein Zwillingsbruder ist eine Transe und „noch nicht vorbestraft“, eine wichtige Randbemerkung, die sich durch das ganze Stück zieht. Die Königs jüngere Tochter, mit zerrissener Kleidung und rotgefärbten Haaren, hat ein Säugling auf dem Arm, aber von wem mag wohl das Kind sein? Die einzig Anständige in der Familie scheint die große Tochter zu sein: Fleißig und klug und für den Rest der Familie verantwortlich.

„Die Königs vom Kiez“ umreißt alle wilden Charaktere, die sich auf dem heißen Pflaster St. Paulis herumtreiben und nicht in das Idealbild einer Gesellschaft passen. Mit Hamburgischem Dialekt, der reich an platten Einschlägen ist, fühlt jeder Hamburger Zuschauer sich richtig zu Hause. Aber auch für Touristen oder neu Zugezogene ist das Gesangstheater die beste Möglichkeit um Nordwind einzuatmen und Hamburg in seinem Kern zu erleben. Und was wäre Hamburg ohne Fußball? Große Konkurrenz herrscht zwischen St. Pauli und HSV, was auch zum großen Problem bei der Familie König wird, denn der Transen-Sohn wird zum Maskottchen des HSVs! Die Bühne erinnert heute Abend an eine Sitcom, denn weder Hierarchie noch Distanz ist zwischen Schauspielern und Gästen zu spüren. Die Zuschauer werden vom Drogenboss von der Seite angequatscht oder ihnen werden T-Shirts zugeworfen, die bei einem Stripdance vom Körper gerissen wurden. Das Duplikat der Kelly Family versucht ein Ständchen zu bringen, das von Dieter Bohlen niedergemacht und von Udo Lindenberg hochgelobt wird. Heute Abend kommt es regelmäßig zu unerwarteten Einschnitten, die durchgehend für viel Entertainment sorgen! Sympathisch bleibt es bis zum Schluss als Götz Fuhrmann alias der König sich bei den Ton- und Lichttechnikern sowie den Servicekräften bedankt. „Die Königs vom Kiez“ lässt Hamburg hochjubeln, so wie es sich gehört!

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Leicht und lustig!

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