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Livekritik zu

La Bohème

26.01.2014 - 08.07.2014 | Bremen / Theater am Goetheplatz Bremen
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Sarah Maria
am 21.02.2014

Wer eine in musikalischer Hinsicht herausragend gute La Boheme sehen will, sollte sich schnellstmöglich ins Bremer Goethetheater begeben. Denn die Besetzung ist nicht nur hinsichtlich jeder einzelnen Stimme wunderbar, sondern diese sind auch noch bestens aufeinander abgestimmt. Wie sagt man so schön: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Stimmt!

Dieses wunderbare Zusammenspiel ist insbesondere dem Dirigenten des Abends und Bremer Generalmusikdirektor Markus Poschner zu verdanken. Er dirigierte eine Boheme, wie man sie sich im besten Falle wünscht: Nicht zu laut, nicht zu pointiert, nicht zu kitschig. Dafür aber gefühlvoll, filigran und ganz besonders eben mit dem Sängerensemble – nicht gegen.

Nadine Lehner sang ihre Mimi jung, leicht, hochemotional und stimmlich absolut sicher. Marysol Schalits Musetta, Luis Olivares Sandovals Rudolfo, Martin Kronthalers Marcello, Patrick Zielkes Schaunard und Christoph Heinrichs Colline standen dem in nichts nach. Und letzterer sang, nebenbei bemerkt, eine wirklich großartige Mantelarie!

Zur Inszenierung (Benedikt von Peter): Die Grundidee ist, dass die Frauen-Figuren eine Art Hirngespinst darstellen, welche außerhalb der sich in ihrem Boheme-Lebensgefühl selbstinszenierenden Männer nicht existieren (können). Sozusagen als reine Projektionsfiguren fungieren. - Und daher sind sie konsequenterweise auch kein (sichtbarer) Teil der Inszenierung, sondern singen unsichtbar und von Bühnenrand aus hinter einem Gaze-Vorhang, während die vier Männer sich und die Bühne mit Farbe einsauen und von einem sinnfreien Klamauk in den nächsten jagen. Ja, und der Quotennackte fehlt selbstverständlich auch nicht.

Kann man machen – muss man aber nicht.

Mir persönlich hat es keine andere Sichtweise in Stück und Musik geboten und der Funke hin zur Zündschnur einer neuen Idee ist bei mir auch nicht übergesprungen. Um ehrlich zu sein fand ich es schlicht und ergreifend albern bis störend. Und daher hieß es für mich, im wahrsten Sinne des Wortes: Augen zu und durch.

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Der musikalische Part entschädigt für die Inszenierung.

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