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Livekritik zu

Like Berlin

06.03.2017 - 11.06.2017 | Berlin [ Tiergarten ] / Wintergarten Varieté
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Nicole Haarhoff
am 06.03.2017

Vor einer Weile hingen sie überall – die B-förmigen Plakate der „Like Berlin“ Kampagne. Fünf Fragen stehen darauf und sie sollen das zeigen, was so häufig in Artikeln, Blogs, Reiseführern und an Stammtischen in Bayern erörtert werden will – was macht eigentlich Berlin aus: Was sind Berlins drei Grundwerte? Was dürfen Berliner niemals tun? Was gehört in Berlin zum guten Ton? Woher weißt du, dass du Berliner bist? Ab wann bist du Berliner?

Die Fragen sollten von Berlinern beantwortet werden, nicht von einem Autoren von oben herab als Meinung beschlossen sein. Und die Berliner antworteten. Kurz angebunden, rotzig, witzig, individuell – genau wie Berlin eben. Und aus all diesen Antworten und aus vielen Gesprächsrunden entstand dann das Buch „Der Berlin Code“, eine unheimlich lesenswerte und sehr ehrliche Liebeserklärung an Berlin und die Berliner. Ich habe Tränen gelacht! Manche der Antworten auf den Plakaten sind einfach zu köstlich! Und wahnsinnig kreativ.

Und nun gibt es, wo sonst als im Wintergarten Varieté, der Wiege der Kreativität, die Show zur Kampagne! Mit vielen Künstlern versucht man, auf der Bühne dem Geist und der Seele Berlins nachzuspüren, der exzessiv ausgelebten Rotzigkeit und der gern zur Schau getragenen „Is mir egal“-Einstellung. Und mit genau dieser Einstellung habe ich zu Beginn der Show zu kämpfen – außer der grandiosen Stimme von Ena Wild haut mich bis zum letzten Act vor der Pause (Bence am Luftring – großartig!!) nichts so richtig aus den Socken. Im Gegenteil, bei Ostalgie mitsamt Russen-Wodka-Klischees muss ich sehr berlinerisch mit den Augen rollen. Aber die 2. Hälfte der Show entschädigt mich für alles, gleich die erste Szene, in der Marie Oldenbourg in engen Jeans mit großen Löchern an den Knien eine grandiose Luftshow an Doppelseilen bietet, da denke ich zum ersten Mal, das ist Berlin! Und dann der immer wieder tolle Florian Zumkehr mit seiner Handstand Artistik, der schon in meiner Lieblingsshow „Der helle Wahnsinn“ so großartig war!  Dann ändert Guillaume Karpowicz  mit einer wirklichen außergewöhnlichen Diabolo-Performance meine von Angst geprägte Meinung über dieses Spielgerät.

Alle Künstler kommen für eine Performance auf dem riesigen B zusammen, dass die einzige Bühnendeko und gleichzeitig auch die namengebende Kampagne darstellt. Tarik Usman und Girma Tsehai, der im ersten Teil vor allem mit zwei witzigen Einlagen, einmal mit Bällen und einmal mit Nackt-Jonglage  auf sich aufmerksam machte, glänzen mit blitzschneller Artistik am Chinesischen Mast. Jakob Vonau und Nathalie Wecker zeigen berührende Hand auf Hand Artistik und am Ende bin ich versöhnt mit der Show „Like Berlin“. Die große Vielfalt von Berlin, die Individualität und die Freude an allem Neuen und Anderem wird auf jeden Fall zelebriert! Und Klischees gehören eben auch irgendwie dazu.

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Like Berlin - die Show zur Kampagne

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