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Livekritik zu

Professor Eisenstahl & Coll.: Die Ergründung der Welt

24.08.2017 | Berlin [ Weißensee ] / Brotfabrik - Berlin
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LRSchrunski
am 27.08.2017

Was ist der Mensch? Diese Frage, vielleicht die Frage aller Fragen, wird gleich zu Beginn des Seminartheaters "Professor Eisenstahl: Die Ergründung der Welt" gestellt. Und: Woher kommen wir? Die Grundfragen der Menschheit dienen als Ausgangspunkt des Abends, der als "Universal-Tutorial" vielversprechend beginnt. Professor Eisenstahl und seine vier jungen Kollegen wollen nicht  Frontalunterricht abhalten, sondern die Zuschauer mit in die Materie nehmen und in spannenden Tutorials uns unser Dasein, unser Menschsein näherbringen. Eigene Erfahrungen sollen an diesem Abend im Mittelpunkt stehen, unterstützt und vervollständigt durch interessante Experimente, die das Thema "Mensch" fühlbar und erlebbar machen. Es sei gleich vorweg gesagt: Diese hohen Ansprüche wurden leider nicht erfüllt. Der schusslige Professor Eisenstahl (gespielt von Carsten Waldeck) stolpert durch die stickige Brotfabrik in Berlin-Weißensee und brüllt seine Text monoton ins Publikum, dass man froh ist, dass seine Auftritte eher kurz und unbedeutend sind. Zwar können die anderen Darsteller (Melanie Toth als besserwisserische Doktorandin, Claudia Kandefer als kurzsichtige und naive studentische Hilfskraft, Rekardo Koppe als übereifriger Techniker Mike und Alberto Ruano als selbstverliebter Dr. Stern) durchaus überzeugen, und einige Szenen sind auch gelungen. So wird die Frage, ob der Mensch von Natur aus gut oder böse ist, mit nötigem Ernst (aber dennoch humorvoll) behandelt, und die Erkenntnis, dass Männer all ihr Tun darauf ausrichten, einer Frau zu gefallen, wird im Hahnenkampf des eitlen Stern und dem tumben Techniker Mike gezeigt. Hier werden ein paar sehenswert und sogar nachdenklich stimmende Momente geschaffen. Leider war es das aber auch. Der Abend gleitet immer mehr in klamaukhaftes Schülertheater ab, eine alberne, eher an Theater für Kinder erinnernde Reise durch das menschliche Gehirn, läuft am Ende völlig aus dem Ruder. Luftschlangen und -ballons sollen darüber hinwegtäuschen, dass der Regie (Elena Breschkov) hier nichts mehr eingefallen ist - außer schlechtgemachter Slapstick, der weder witzig noch lehrreich ist. Und da kann dann bei all dem ungewollten Durcheinander nicht mal mehr die marktschreierische Stimme des Professors das Tohuwabohu übertönen. Alles in allem leider doch ein vergeudeter Abend: Hätte man die zwei Stunden lieber zu Hause bei Wikipedia gelesen, hätte man sich besser unterhalten und vor allem mehr gelernt, als bei diesem "Tutorial" des Berliner "Teatrum 7".

 

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Titel: 
Professor Eisenstahl & Coll.: Die Ergründung der Welt
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Ort: 
Berlin, Kunst- und Kulturzentrum Brotfabrik
Zeitraum: 
24.-27. August 2017

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