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Livekritik zu

For the disconnected Child

14.06.2013 - 30.06.2013 | Berlin / Schaubühne am Lehniner Platz
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kristina.ei
am 25.06.2013

Bindungsunfähigkeit soll uns infizieren? Das INKFEKTION!-Festival für neues Musiktheater der Staatsoper im Schiller Theater in Kooperation mit der Schaubühne am Lehninerplatz will anstecken mit neuem experimentellen Musiktheater.

Oper trifft zeitgenössischen Tanz trifft klassisches Schauspiel trift Rock/Pop und Klassik. Die Bühne wird erobert vom modernen Musiktheater und neue Perspektiven zum Verständnis zur Musik unserer Zeit sollen hierbei eröffnet werden. Vielleicht will die Staatsoper hierdurch auch insbesondere einfach neue Zielgruppen infizieren. Als mittlerweile im dritten Jahr stattfindendes Festival hat sich INFEKTION! hier definitiv einen Namen gemacht.

Die Koproduktion "For the disconnected Child" ist ein Stück mit vielleicht einem halbwegs durchgängigen Handlungsstrang, vielen anderen eingestreuten Kurzepisoden und insgesamt eine große Komposition aus Schauspiel, Operngesang, Instrumentalensemble, Tanz und einem etwas hinzugewürfelten Helgi Hrafn Jónsson an Gitarre und Mikro.

Das Bühnenbild ist toll. Ein zweistöckiger Bau mit Schiebewänden, vielen Ein- und Ausgängen, Treppen und Projektionsflächen. Für seine Zwecke perfekt. Es gibt viele von einander getrennte Spielplätze die einem dennoch nicht aus dem Blick fallen. Manches Mal vielleicht etwas zu viele, so dass die Aufmerksamkeit ziemlich strapaziert wird, indem man sich auf viele Aktionen gleichzeitig konzentrieren muss. Verstärkt wird dieser Umstand zudem dadurch, dass der Textvortrag meist von Mikrophontechnik unterstützt wird und demnach alles aus den gleichen Lautsprechern kommt. Wer da gerade spricht, bzw. wo dieser sich im Bühnenbild gerade aufhält lies sich anhand der Stimme alleine leider nicht immer feststellen und wenn dann noch so viel anderes für das Auge passiert findet man sich kaum auf die Schnelle zurecht.

Thematisch wiegt das Stück leider nicht gerade mit weltbewegendem Neuem auf. "For the disconnected Child" stellt eine allgemeine Bindungsunfähigkeit in den Vordergrund, die sich bereits im Kindesalter zeigt, oder an der gar Mama Schuld ist. Natürlich ein stets aktuelles Thema, mit dem sich vermutlich fast jeder irgendwann in seinem Leben irgendwie mal identifizieren kann, aber nicht gerade mitreißend, da - für meinen Geschmack - auch etwas zu stilisiert. Die klammernde, verzweifelte Frau und der sich windende, ausredende Mann... Das grundlegende Motiv Tschaikowskys Oper "Eugen Onegin" zeugt hier von Zeitlosigkeit, aber eben auch von Klischee.

Die Leistung aller Beteiligten sei hier keinesfalls in Frage gestellt. Schauspieler, wie Tänzer, wie Sänger, wie Instrumentalensemble bringen Großes auf die Bühne und überzeugen mit ihrem Können. Auch Text und Kompositionen sind gut und gefallen. Aber gibt der Titel nicht mehr her als eine "desperate house-" bzw. hier eher "career-ex-wive"?

Besucherfazit

nur halbherzig infiziert.

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