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Livekritik zu

Red Bull Flying Illusion

28.04.2017 | Berlin [ Kreuzberg ]
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Frollainwunder
am 11.05.2017

vartan bassil (42) ist in beirut geboren, kam 1982 nach berlin und boxte sich ungebändigt als breakdancer durch die krassen straßen. der ehrgeizige gründer der flying steps academy am moritzplatz ist jetzt der kreative überchef der company, für die bühne selbst hat sein körper in all den jahren zuviel tribut gezahlt. trotzdem ist das eine der umwerfenden erfolgsgeschichten, die berlin so liebt. nach der show „flying bach“ folgte nun „flying illusion“. trotz supersponsoring durch einen tauringetränke-hersteller müssen selbst die teens und twens schon ziemlich viel geld ausgeben um 90 minuten high-fly erleben zu können. die warteschlangen sind lang, auch die am gästelistencounter. vier gastspiele, viel umsatz, viel show. zu beginn raunt eine dunkle männerstimme aus dem off und teilt uns schonmal die welt in gut und böse auf. heute geht es um das ganze, krieg und frieden, himmel oder hölle, segen oder abgrund, alles oder nichts. bassil hat seine vielen hochmotivierten tänzer aufgeteilt, wer böse ist, trägt dunkel, die guten dürfen sich in weiß oder aquatöne hüllen (die designer waren in details verliebt).
der soundtrack zum großen ganzen ist stimmenlos, die herren komponisten setzen auf eher abgelaufene technoklänge und verzichten auf gesang. ein ziemlicher groove-killer. die boxen sind leider wieder mal völlig übersteuert und es dröhnt auch noch in den rängen. wer besonders viel geld ausgegeben hat für ein plätzchen in den vorderen reihen im parkett (der güldene zirkel für einen schlappen hunni) dürfte sich der taubheit nähern.
bassils crew besteht aus leidenschaftlichen tänzern, die allesamt beeindrucken. das level will die spitze, nicht das mittelmaß. und erreicht es fast mühelos und schwebend. die aufgekratzten fans auf den stühlen und in den rängen würdigen jeden außergewöhnlichen move mit anhänglicher begeisterung. die show flasht mit digitalkonzept, aufwändigen trailern, laserbeams und einem protzigen käfig, der die bösen einschließen soll und wird.
ich war vor kurzem zweimal in der show „berlin nights“ am potsdamer platz, die auch mit breakdance wuchert und mit viel herz. „flying illusion“ greift nach las vegas, beeindruckt mit muskelspielen und visuellem (fürs auge), mein herz bekam aber keine flügel. „flying illusion“ tappt etwas in die falle der überproduktion. der film „matrix“ mit keanu reeves setzte damals düstere maßstäbe, an die man sich hier auch hält. die mär von gut und böse ist für kinder fast zu viel, ein tänzer wird in seiner rolle sterben und es wird traurig, der gesanglose technosound überreizt die seele und die nerven. „flying illusion“ ist eine ambitionierte produktion auf hohem level, ein profistück. beim rausgehen lauschte ich den kommentaren der anderen besucher. die show beeindruckte, klar, aber irgendetwas fehlte dann doch. ein flying heart?

Besucherfazit

und wohin fliegt des zuschauers herz?

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