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Livekritik zu

Harold und Maude

13.09.2017 - 23.09.2017 | Berlin / Schlosspark Theater Berlin
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august14979
am 24.09.2017

Der Film ist längst Kult. Wie sieht's aber aus mit der Umsetzung für die Theaterbühne? Anita Kupsch als Maude und Johannes Hallervorden als Harold sind das ungleiche Paar. Sie, an die 80 und total auf dem Ökotrip, lebt im Wald im abgewrackten Wohnwagen und schert sich wenig um Eigentumsverhältnisse. Schließlich ist alles auf der Welt nur geliehen. Einen Schluck Schampus verschmäht sie allerdings nicht, denn der ist organisch, also gesund. Und ihre selbstgebackenen Hasch-Kekse munden sogra dem Polizeiinspektor. Wahrscheinlich, weil er nicht weiß, was er gerade zu sich nimmt. Harold ist ein Achtzehnjähriger mit morbiden Ideen, dem die trendige und haperaktive Mama, die ihn über eine Partnervermittlung in die Ehe treiben will, gehörig auf die Ketten geht. Er lernt die lebensbejahende Maude kennen und verliebt sich in die alte Dame. Zu Hause hat Harold alle Hände voll zu tun, seine vermeintlichen Selbsttötungsabsichten an praktischen Beispielen auszuleben und sich damit dem dauerhaften Kontakt mit den jungen Damen, die die Agentur vorbeischickt, zu entziehen. Im Wald zupft er mit Maude Blümchen, bewundert den Sternenhimmel und fühlt sich auch sonst dort sauwohl.

Barbara Krott, zuständig für die Ausstattung, lässt die Inszenierung (dank Drehbühne) wechseln zwischen Wohnwagenidyll und steril-weißem Luxusappartement. Susanne Theil muss in die Rollen der Heiratsanwärterinnen schlüpfen und Markus Bader geistert als Pater, Inspektor oder Psychiater über die Bühne. Gerade diese Figuren geraten dem Regisseur Manfred Langner ein wenig zu slapstickhaft.

Hauptperson ist natürlich Anita Kupsch, eine überzeugende Maude mit viel trockenem Humor. Schlagfertig, witzig, immer viel Optimismus ausstrahlend. Johannes Hallervorden wirkt daneben fast ein wenig unbeholfen, aber das sollte man ihm nachsehen, ist es doch seine erste wirklich große Bühnenrolle. Außerdem lässt ihm die schmale Rolle, die das Stück für ihn vorsieht, wenig Raum zur Entfaltung. Letztlich wird der Theaterbesucher durch das zurückhaltend-schöne und überzeugende Spiel der Kupsch mehr als entschädigt.

 

 

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Poesie und Komik, präsentiert von einem ungleichen Paar

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