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Livekritik zu

Chicago

18.12.2014 | Stuttgart / Stage Palladium Theater Stuttgart
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Andrea Ostberg
am 20.12.2014

It's all that Jazz! Willkommen in den Roaring Twenties!

Das 20 Personen starke Ensemble und das 8-köpfige Live-Orchester tanzt, singt und spielt die Geschichte von Roxy Hart und Velma Kelly, zwei auf ihre Gerichtsverhandlung wartende Mörderinnen. Nun gilt es möglichst einen Freispruch zu erwirken. Dazu sind alle Mittel recht. Ein gewiefter Anwalt, eine gut gewählte Taktik und natürlich ganz großes Theater, kann ein Aufsehen erregender Prozess neben den ersehnten 15 Minuten Ruhm doch auch der Start  in ein Leben im Rampenlicht sein. Beide träumen von einer eigenen Broadway -Show und konkurrieren um die Gunst der Presse auf dem Weg zum Freispruch.

Leider war bei einigen der Darstellern, ihrer Herkunft geschuldet, der Text sehr schwer zu verstehen. Dies viel besonders in Dialogen mit muttersprachlichen Kollegen und Kolleginnen auf. Auch die Bemühungen von Lana Gordon, in der Rolle der Velma, besonders A  R   T  I  K  U  L  I  E  R  T zu sprechen, machte es für mich nicht wirklich besser. Auch die schauspielerischen Leistungen finde ich noch ausbaufähig. Besonders bei Carien Keizer als Roxy fiel mir das auf. Singen und tanzen super, aber im Spiel hätte ich mir mehr Tiefe, mehr Differenzierung zwischen gespieltem Unschuldslahm und knallharten Mörderin, dem emotionalen Auf und Ab gewünscht. Natürlich ist es eine besondere Herausforderung für Musicaldarsteller in allen Disziplinen hervorragend zu sein.

Nichtsdestotrotz ist Chicago ein vor allem musikalisch ansprechendes, mitreißendes und kurzweiliges Stück mit vielen Tanzeinlagen. Kein einziger langweiliger Moment in der knapp zweistündigen Spielzeit.Noch auf dem Heimweg hat man die eingängige Melodie von "All that Jazz" im Ohr.

Die Szene, in der Velma versucht Roxie zu einer gemeinsamen Show-Karriere zu überreden, ist sicherlich eine  Hommage an Josefine Baker, die in den Roaring Twenties im Bananenröckchen den Charleston tanzte.

Für mich könnte es insgesamt ruhig noch etwas verruchter, sexier sein. Highlights für mich waren das Solo von Roxies Ehemann Amos "Mr. Cellophane", gespielt von Volker Metzger, und Martin Schäffner als Klatschreporterin Mary Sunshine. Die Musik ist packend und die Stimmung ansteckend. (besonders die Herren in der Regie-und Technikbox konnten phasenweise nicht an sich halten und hatten Spaß bei der Arbeit)

Endlich wieder ein Musical, indem die Musik das tragende Element ist! Trotz allem lohnt es sich!

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Achtung Ohrwurmgefahr! Endlich wieder ein Musical in dem die Musik im Vordergrund steht!

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