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DIE KULTURBLOGSZENE ZUM THEMA „DIGITAL IM THEATERSAAL“ – Das Fazit zu unserer Blogparade

Zunächst einmal vielen Dank an alle Blogger, die sich mit dem Thema befasst und Beiträge geschrieben haben. Mit livekritik.de ist eure Meinungsvielfalt innerhalb der deutschen Kulturblogszene gebündelt auf einer Diskussionsplattform zu Kultur und Internet und zeigt das breite Interesse und einen differenzierten Blick auf die Thematik.

Das Experiment und dazu die Blogparade „Digital im Theatersaal“ war definitiv ein Erfolg, denn wir haben die Erfahrung machen können, live aus einer Theatervorstellung heraus online zu rezensieren, zu tickern, zu posten und zu twittern. Die Erfahrung war es im Mindesten wert und daneben stehen noch alle eure persönlichen Erfahrungen, die die Diskussion um vieles bereichert haben.

Die 14 Beiträge changierten zwischen den "Digital Natives", die mit ihrer Begeisterung über die Möglichkeit (Brotfabrik-Theater Blog) live aus einer Kulturveranstaltung heraus zu kommunizieren, kaum hinter dem Zaun halten konnten, und Kritikern der allzu übermächtigen Webnutzung, die hingegen keine elektronischen Geräte in traditionellen Theatervorstellungen (Südstadt Blog) tolerieren wollten.

Nach eigenen Erfahrungen bei einem #kultUp oder #tweetUp oder sogar bei unserem Livekritikevent zu #ladykillers sind die Meinungen schon differenzierter. Verfechtet wird zwar, dass die Berichterstattung auf Twitter oder anderen Onlineplattformen den Theaterbesuch bereichere (Kulturkonsorten), eine Chance zur partzipatorischen Vermittlungsarbeit (Kultureventbüro) darstelle und zudem Zweifler überzeugen könnte, „dieses oder jenes Stück sehen zu wollen“ (B lebt Blog), aber dass das eigene Theatererlebnis hierbei nicht zu kurz kommen sollte ist ebenso relevant. Zugegeben, das „Livetweeten“ gibt einem die Möglichkeit die sofortige eigene Reaktion zu teilen und zu kommunizieren. Blogger betonen auch, dass insbesondere zu Beginn einer Veranstaltung dieses Gefühl regelrechte Euphorie (Standing Ovations-Blog) auslöst, aber mit dem Fortgang des Bühnengeschehens und der Konzentration darauf eher abebbt. Diesbezüglich müsste ein Mittelweg gefunden werden, mit dem beide Aspekte bedient werden: die über das Stück hinausgehende Kommunikation und die Konzentration auf das Theatererlebnis für sich.

Und nicht nur die Kulturszene in Deutschland befasst sich mit dem Thema „Tweetseats im Theater“ oder dem allgemeinen Gebrauch von Smartphone und Tablets während Kulturveranstaltungen. Der Störfaktor spielt hier die größte Rolle der negativen Bewertung. Der „Tweeter“ lenke sich selbst ab von dem Bühnengeschehen und störe die eigene Theatererfahrung und die anderer Besucher (Standing Ovations-Blog). Außerdem kämen Schuldgefühle auf, sich nicht dem Theaterknigge entsprechend zu verhalten, betonen viele der Kulturblogger. Allseits klingt aber vor allem durch, dass nicht nur der Moment gestört wird, sondern auch die Erinnerung an die Veranstaltung stets getrübt (The Guardian) sein wird, durch den Bildschirm, durch den man sie nur passiv wahrgenommen hat.

 

Das Fazit zur Blogparade:

Wir kommen zu dem Schluss, dass – wie eben auch viele von euch betonen – diese „neue Form der Kulturvermittlung“ (Live QR-Blog) definitiv Potential für die Kulturlandschaft Deutschlands (Thomas Jäkel Blog) hat. Wie die Umsetzung aussehen sollte, muss schätzungsweise jeder Kulturveranstalter für sich entscheiden. Die Theater sollten kreativ, aber ebenso vorsichtig (Standing Ovations-Blog) bei der Gestaltung solcher Events sein, insbesondere wenn Außenstehende davon betroffen sein können. Die Öffentlichkeit ist dem Erfolg von Kulturveranstaltungen gegenüber kritisch und Produzenten müssen innovativ sein und mit der Zeit gehen, um im Konkurrenzkampf zu bestehen.

Ob #tweetUp Probe (Theater Heilbronn)oder in Form einer anderen separaten Veranstaltungsaufführung – sicher ist, selbst der digitalisierteste „Digital Native“ möchte nichts von seiner Theatererfahrung missen und gleichzeitig die Rücksicht, die ihm als Besucher von Kulturveranstaltungen entgegengebracht wird, erwidern und sich dementsprechend anderen Besuchern gegenüber respektvoll verhalten und wird in regulären Veranstaltungen in Zukunft vermutlich eher nur vor Beginn, während der Pause und nach Ende der Veranstaltung seine Web-Follower auf dem Laufenden halten.

 

P.S.: Aber wir wollen uns der Evolution ja nicht in den Weg stellen und zum analogen Zeitalter zurück, oder? Was dann allerdings noch zu fragen bleibt ist: Was kommt in der Zukunft…?

 

Kristina Eickhoff

 

Die Beiträge der Blogparade:

Theater Heilbronn: http://blog.theater-heilbronn.de/?p=4391
Bianka Blavustyak: http://blebt.blogspot.de/2013/03/na-ich-wei-nicht-so-recht-digital-im.html
Melli: http://meilert.net/2013/03/20/live-tweets-aus-dem-theatersaal/
Stephan Grysczyk: http://stephan-grysczyk.de/webblogs/index.php/liveparade-twitter-im-opernhaus?blog=6
Laura Geissler (Live QR): http://www.liveqr.de/blog/2013/03/22/tweetup-bericht-zwitschern-aus-dem-theatersaal/
Brotle: http://www.brotle.com/2013/03/twittern-tanzen-theaterstuck-verfolgen.html
Christian Gries (Kulturkonsorten): http://kulturkonsorten.de/tweetups/maitagung-2013-tweetups
Anke von Heyl (Kultureventbuero): http://www.kultureventbuero.de/allgemein/twittern-aus-kulturveranstaltungen/
Ulrike Schmid (Kultur 2.0): http://kulturzweinull.eu/index.php/silvester-und-neujahrskonzerte-bei-twitter/
Ulrike Dümpelmann (Brotfabrik): http://www.blog.brotfabrik-theater.de/?p=394
Theaterkind: http://theaterkind.wordpress.com/2013/04/01/kann-es-denn-so-schwer-sein-is-it-too-hard/
Thomas Jäkel: http://thomasjaekel.theaterblogs.de/?p=667
Kulturmarketingblog: http://kulturmarketingblog.de/via-smartphone-live-aus-dem-theater-berichten-livekritik-blogparade/911

Unser eigener Erfahrungsbericht vom Abend: http://www.livekritik.de/blog/digital-im-theatersaal-ein-erfahrungsbericht

Unabhängig von der Blogparade eine Meinung aus den USA in Bezug auf Tweetseats: http://standingovationsbroadwayblog.blogspot.de/2012/11/the-pros-and-cons-of-tweet-seats.html

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