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Merlin oder Das wüste Land

03.09.2011 - 22.05.2014 | Hamburg [ Mitte ] / Thalia Theater
Beschreibung: 

von Tankred Dorst
Mitarbeit Ursula Ehler

Wofür lebt der Mensch, wofür müht er sich ein Leben lang? Auf den Spuren des Zauberers Merlin, der die Menschen zu sich selber führen will, gelangen wir in die Zeit der Ritter und Könige, der Clowns und Riesen, der Kämpfe und phantastischen Abenteuer, in die Zeit der berühmten Tafelrunde. Der junge Regisseur Antú Romero Nunes, zum Nachwuchsregisseur 2010 der Zeitschrift „Theater heute“ gewählt, wird mit Dorsts unzähligen Geschichten um König Artus, Sir Lancelot, Sir Galahad, Sir Mordred, Parzival und all den anderen nicht nur von mittelalterlichen Ritterschlachten und zarten Romanzen erzählen, sondern auch der Überkomplexität des Lebens selbst standhalten und der immer wiederkehrenden Frage nach dem Sinn des Lebens nachgehen. Mit der Gründung der Tafelrunde als Abbild der Welt wohnen wir der Entstehung von Zivilisation bei. Geführt durch die ritterlichen Tugenden und angezogen vom Gral, dem höchsten Ziel, suchen die Männer ihren Weg, um etwas Bleibendes zu schaffen.

"Antú Romero Nunes entfesselt mit neun Schauspielern ein hinreißendes Chaos auf der Bühne, in dem sich die Unordnung in der Welt spiegelt. Für das beeindruckende Debüt von Nunes im Großen Haus gab es [...] viel Applaus, der vor allem der geschlossenen Ensemble-Leistung mit etlichen glanzvollen Soli galt. [...] Ein wahrhaft tolles Duo: Lisa Hagmeister und Mirco Kreibich. [...] Mehl im Gesicht, gelingt Sebastian Zimmler trotz der Jahrmarktsnummer eine beklemmende Sterbeszene. [...] Das Publikum ist immer wieder direkter Adressat und Bezugspunkt der Inszenierung. [...] Aus den Parkettreihen steigen die Ritter auf die Bühne: zuerst Artus, dann Lanzelot vom See (ein cooler Sexbolzen: Daniel Lommatzsch) und der von Artus ungeliebte Sohn Mordred (fabelhaft: Rafael Stachowiak).[...] Nunes holt den Mythos in die Gegenwart und erfindet in dessen Kontext seine bewährten Stilmittel neu: das Brechen der Figuren, deren Spieler Distanz zu ihnen wahren, oft als Zuschauer die Szene beobachten; den Einsatz von Körper- und Schattenspiel anstelle psychologischer Deutung; das Öffnen und Schließen des Bühnenraums von Florian Lösche." (Hamburger Abendblatt)

"Das Stück wurde seither oft gespielt und [...] immer anders, aber wohl noch nie so luftig leicht, so spiel- und ideenwütig und, zumindest bis zur Pause, auch so bezwingend wie nun zur Saisoneröffnung am Hamburger Thalia Theater. [...] Ein Stück für Spieler, über das Spielen und das Theater selbst. [...] Es heißt zwar auch, sich gerade im Mittelteil in bisweilen überflüssiger Technik à la Live-Kameras, Filmchen, Illustrationen in Monty-Python Manier und dergleichen und manch reiner Nummer zu verlieren; es heißt aber auch, phantasievoll mit und gegen und durch die vierte Wand zu spielen, das Leiden bei allem Spaß ernst zu nehmen, um am Ende wieder auf der nackten, leeren Bühne anzukommen – bei denen, auf die es ankommt, den Spielern." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Regie: Antú Romero Nunes
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Matthias Koch
Musik: Johannes Hofmann
Video: Sebastian Pircher, Peer Engelbracht
Dramaturgie: Sandra Küpper

Es spielen Julian Greis, Lisa Hagmeister, Franziska Hartmann, Mirco Kreibich, Daniel Lommatzsch, Jörg Pohl, Rafael Stachowiak, André Szymanski, Sebastian Zimmler u.a.

Premiere am 3. September 2011 im Thalia Theater

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