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Das Bildnis des Dorian Gray

18.06.2016 - 06.05.2017 | Dortmund / Theater Dortmund - Megastore
Beschreibung: 

Von Thorsten Bihegue nach Oscar Wilde - Mit dem Dortmunder Sprechchor

Dorian Gray ist der attraktivste Jüngling, den Londons Clubs zu bieten haben. Eine reizende kleine Unschuld, die Männer wie Frauen betört, auch und gerade weil sie nichts von ihrer Attraktivität weiß. Als nun der Maler Basil ein hinreißendes Portrait von Dorian anfertigt, spricht dieser – bestärkt durch den Einfluss des diabolischen Intellektuellen Lord Henry und plötzlich überwältigt von der eigenen Schönheit – einen folgenschweren Wunsch aus: Ach, wenn doch nur das Bild altern und ich selbst für immer jung bleiben könnte…

Jedoch: Gib Acht Kind, wovon Du träumst. Dorians Wunsch geht in Erfüllung, entpuppt sich aber nur oberflächlich (im wahrsten Sinne des Wortes) als Segen. Sein Leben wird zu einem schrecklichen Versteckspiel. Reihenweise gehen die Menschen an der Liebe zu ihm und seiner makellosen Schönheit zugrunde, eine Liebe, die er nicht erwidern kann, während er Ablenkung und Befriedigung mit Drogen, Prostituierten, Gelagen und dekadenten Sammelleidenschaften sucht, aber nicht findet. Jede Sünde lässt sein Portrait entstellter aussehen, er versteckt es auf dem Dachboden. Eines Tages, viele Jahre später, stellt ihn der Maler Basil zur Rede und fragt nach dem Portrait. Dorian nimmt ihn mit – hinauf auf den Speicher und greift zum Messer…

Oscar Wildes Klassiker ist ein meisterhafter Krimi, eine Farce, ein philosophischer Wurf – ein gnadenloser, grandios komponierter Angriff auf die doppelte Moral der englischen Salons im späten 19. Jahrhundert. Heute, 125 Jahre später, lesen sich viele Sätze des Buches, als würden sie unserer Zeit und unserer ganz eigenen Doppelmoral gelten: Die unvergessliche Figur des Intellektuellen Lord Henry z. B. würde auch heute in jeder Gesellschaft für echtes moralisches Entsetzen und geheime Faszination sorgen. Und Dorian Gray? Er verkörpert das überzeitliche Wünschen der Menschen nach Schönheit, Macht und ewigem Leben – und zugleich die dunkle, abgründige Rückseite dieses Wünschens.

Der Dortmunder Sprechchor stellt sich den Fragen des Romans von Oscar Wilde. Er schlüpft in alle Rollen, gewohnt sprachgewandt, rhythmisch und musikalisch. Er zelebriert die Wilde‘schen Texte mit Emphase und Hingabe. Persönliche Interviews mit den Chormitgliedern werden in die Handlung des Romans gewoben: Wie begegnen wir dem Älterwerden und dem gesellschaftlichen Zwang zur fortwährenden Jugendlichkeit? Welche Sünden stehen uns ins Gesicht geschrieben, und welche haben wir auf unserem Speicher vor der Welt versteckt? Wen haben wir auf dem Gewissen? Wen mussten wir „töten“, um weiter leben zu können? Welche Moralvorstellungen halten uns vom Leben ab? Was würden wir mit einem unendlichen Vorrat an Schönheit tun?

Das Bildnis des Dorian Gray als philosophisches Kriminal-Stück und berührende Annäherung an hundert Menschen, die da gemeinsam auf der Bühne stehen: Dortmunder Gesichter, Geschichten und Stimmen, in die sich das Leben, sein Glück, sein Leid, einschreibt. Tag für Tag.

Der Dortmunder Sprechchor – das sind rund hundert Bürgerinnen und Bürger der Stadt zwischen 8 und 91 Jahren: ein unvorstellbarer Schatz an Geschichten und Erfahrungen. Er existiert seit dem Jahr 2010 und ist das 17. Ensemblemitglied am Schauspiel Dortmund. In über zwei Dutzend Inszenierungen stand der Chor auf einer der Dortmunder Bühnen, insgesamt mehr als 150 Mal. Das Bildnis des Dorian Gray ist nach Das phantastische Leben der Margot Maria Rakete (2013), Die Hamletmaschine (2014) und Kaspar Hauser und Die Sprachlosen aus Devil County (2015) die vierte Inszenierung, bei der der Chor als Protagonist auftritt. Leiter des Chores ist der Dramaturg Alexander Kerlin.

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Das Bildnis des Dorian Gray findet im MEGASTORE in Dortmund Hörde statt. Und so kommen Sie hin: Anfahrtsbeschreibung.
Besetzung

Mit dem: Dortmunder Sprechchor
Dorian Gray: Solveig Erdmann, Waltraud Grohmann, Jörg Karweick, Birgit Korte, Günter Ott, Ulrike Späth, Ulla Stadermann-Hellweg, Sigrid Täubert, Leonie Uliczka, Lea Sofie Wesner
Lord Henry: Regine Anacker, Gabriele Brozio, Anne Grundmann, Jürgen Hecker, Udo Höderath, Margret Kloda, Silke Kuhnlein, Katrin Osbelt, Sylvia Reusse, Bärbel Schreckenberg, Roland Schröter-Liederwald
Basil: Sabine Bathe-Kruse, Heidemarie Brüne, Heide Buhren, Margret Corcilius, Bärbel Göbel, Peter Jacob, Ellamarie Kuke, Edgar Rupp, Anette Schäfer, Gisela Tripp, Andreas Vollmer
Chor/Tante Agathe: Gerlinde Albers, Barbara vor den Bäumen, Angelika Bammann, Dorothea Borghoff, Barbara Born-Wildt, Jo Bullmann, Bärbel Capelle, Raafat Daboul, Barbara Domanski, Lilli Fehr-Rutter, Claudia Flenner-Nordhaus, Elke Grevel, Sabine Hensel, Angelika Jankowski, Rika Kaestner, Tassilo Kastner, Elke Kalwa-Feige, Karin Knoll, Petra Krug, Ulrike Müller, Inge Nieswand, Heidi Ott, Elisabet Pavel-Wohlert, Elke Recks, Traudel Gundula Richard, Petra Maria Roth, Maria Rühling, Birgit Rumpel, Maria Schriewer, Jörg Schubert, Christoph Schubert, Elisabeth Stamm, Isabel Uliczka, Reinhilde Walkenhorst, Sabine Weiland
Sibyl Vane: Sabine Hensel, Karin Knoll, Heidi Ott, Petra Maria Roth
Die Weisen: Alexei Fihmann, Anastasia Fihmann, Carla Fischer, Rieke Grohmann, Nelly Jung, Shamayim Katz, Amelie Krämer, Ella Kruse, Alice Simon, Amelie Uliczka, Leonhardt Walkenhorst, Michal Zamir

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1 Livekritiken

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10.12.2018

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