Overlay
Livekritik zu

Viktoria und ihr Husar

19.01.2014 - 10.07.2014 | Berlin / Komische Oper Berlin
« zurück zur Veranstaltungsseite
Nicole Haarhoff
am 06.01.2016

Bei Sergei Prokofjew denke ich, wie wahrscheinlich viele andere auch, zuallererst an "Peter und der Wolf". Ich war daher sehr gespannt auf die Oper "Der feurige Engel", die sich vom Thema her so vollkommen von dem weltbekannten musikalischen Märchen unterscheidet.

In einem sehr trist dargestellten Hotelzimmer trifft der Söldner Ruprecht auf die junge Renata, die leicht gekleidet in einem rosa Nachthemd panisch vor ihren inneren Dämonen zu fliehen sucht. Die Wirtin warnt Ruprecht vor der scheinbar geistig verwirrten Frau, aber er, wenig charmant, meint, dass man auch mit Verrückten Spaß haben kann. Er erklärt sich bereit, Renata nach Köln zu begleiten. Renatas Kindheitserlebnisse werden an der Komischen Oper durch Kinder dargestellt, für jedes Alter der Renata ein Mädchen im gleichen rosa Nachthemd, das Schlimmes erlebt und mit starren Blick in die Zukunft schaut. Sie erinnern ein wenig an die Kinder des Zorns und jagen einem den ersten kalten Schauer des Abends über den Rücken. Renata erzählt, wie sie bereits im jungen Alter von einem Engel besucht wurde, der ihre heilerische Kräfte verlieh und in den sie sich im Laufe der Zeit verliebte. Als sie ihn jedoch bat, ihre Beziehung zu vertiefen, verstieß er sie. Nun ist sie, Jahre später, noch immer auf der Suche nach ihm und glaubte ihn in dem Sterblichen Heinrich gefunden zu haben. Die Suche nach Heinrich führt sie und Ruprecht nun nach Köln.

Wahrsagerinnen, Zauberer und der Teufel. In dieser sehr mystischen Schauderoper kommen sie alle vor. Es gibt viel Erotik, verzweifelte Liebe und sogar abgerissene Körperteile. Alles perfekt inszeniert mit unheimlichen Kindern, Kerzenschein und großen Gesten. Gruselig! Ein wenig verstörend. Sehr speziell, sowohl wegen dem Thema als auch wegen der Sprache, man braucht einen Moment um sich hineinzuhören und der ständige Blick auf den Übersetzungsmonitor lässt einen ein wenig aus der Geschichte fallen. Aber durchaus mitreissend und wunderschön gesungen, besonders von Svetlana Sozdateleva als Renata.

 

 

Besucherfazit

Grausige Opernmär von einem tief gefallenen Mädchen auf der Suche nach Liebe

Bewertung

  • Fazit
  • Unterhaltung
  • Anspruch
  • Preis/Leistung
  • Atmosphäre
0 Personen fanden diese Livekritik hilfreich.
Konnte Ihnen diese Livekritik helfen?
Ja

Ähnliche Veranstaltungen in der Nähe

Zuletzt aktive Livekritiker

  • Kerstin Al-Najar
  • august14979
  • Holger Kurtz
  • Monique Siegert
  • Stephan Baresel
  • Katja Marquardt
  • Nicole Haarhoff
  • Christin Buse
  • Peter Griesbeck
  • Sarah Mauelshagen
  • Esther Barth
  • Sarah Divkovic
  • Altfriedland
  • Tollwood
  • Dresdner Kabarett Breschke und Schuch
  • Ella Görner
  • Katharina Hö
  • CHAMÄLEON Theater GmbH
  • Meerfreude
  • Eckhard Kutzer
  • Iris Gutheil

Für Freikarten und Kulturtipps

Andere Besucher interessierte auch

Machen Sie mit

Kultur erleben

  • Erhalten Sie Informationen zu Veranstaltungen, die Sie wirklich interessieren.
  • Austauschen mit anderen Livekritikern.
  • Gewinnen Sie Freikarten.
Jetzt kostenlos registrieren!