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Jeder stirbt für sich allein

13.10.2012 - 29.05.2015 | Hamburg [ Mitte ], Berlin [ Wilmersdorf ]
© Annette Kurz
© Annette Kurz
Beschreibung: 

nach dem Roman von Hans Fallada Fassung von Susanne Meister und Luk Perceval Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2013 Inszenierung des Jahres 2013 Bühnenbild des Jahres 2013 Deutscher Theaterpreis DER FAUST 2013 für Regie und Bühne „Ein Roman über das Gewissen“, so die FAZ über das letzte Werk Falladas, das dieser nach historischen Prozessakten in gerade mal vier Wochen fieberhaft herunter geschrieben hat. Erst 60 Jahre nach dem Tod des Autors erstmals ungekürzt veröffentlicht, avanciert „Jeder stirbt für sich allein“ gerade zum internationalen Bestseller. Und dabei zögerte Fallada nach dem Krieg, als er die Prozessakten über die illegale Tätigkeit eines exekutierten Berliner Arbeiterehepaars bekam. Er „habe sich im großen Strom mittreiben lassen und wolle nicht besser erscheinen, als er war.“ Doch der beharrliche Alleingang eines Berliner Arbeiterehepaars, das 1940 bis 42 in handgeschriebenen Karten und Briefen zum Widerstand gegen Hitler aufrief, ließ Fallada trotz aller Schwierigkeiten mit diesem „trostlosen“ Stoff nicht los. Wie Ratten in der Falle sitzen seine Menschen in der von Tag zu Tag enger werdenden Nazi-Welt, gefangen in einem Krieg, der von innen heraus wütet und gegen das eigene Volk geführt wird. Spitzel und Denunzianten, Nichtsnutze, Spieler und Betrüger bevölkern das Berlin der frühen vierziger Jahre. Mehr und mehr dringen die verschiedensten Schicksale in die kleine abgeschottete Welt des Ehepaares. Bald sind die beiden im klaustrophobischen Berlin selbst Gejagte. Auf der Karte des Gestapo-Kommissars Escherich, der ihnen dicht auf den Fersen ist, mehren sich die Fundorte ihrer illegal verteilten Postkarten. Gängigen Darstellungen Nazi-Deutschlands als kollektivem Mitläuferland stellt Fallada die alltägliche widerständige Beharrlichkeit seiner Berliner Eheleute entgegen. Hilflose Botschaften, sinnlose Akte des Widerstands? Für Luk Perceval, der aus diesem vielschichtigen Panorama einen großen Abend konzipiert, hat diese Naivität utopische Sprengkraft. "Vier Stunden packend und niemals langweilig. Ein Muss für jeden Theatergänger!" (Bild) " Ein Ensemble voll großartiger Solisten. Niehaus knapp, unpathetisch, mit stoischer Akkuratesse eines Kleinbürger-Revoluzzers, Thormeyer mit Würde, Hoffnung und gebändigter Trauer, beide jede Sekunde von einer atemberaubenden Präsenz." (spiegel.de) "Eine vierstündige, konzentrierte Fassung mit großartigen Schauspielern in einem geradezu überwältigend vielschichtigen Bühnenbild von Annette Kurz." (Welt) "Gute vier Stunden reines, kurzweiliges Erzähltheater mit einem starken Ensemble und bei aller Tragik vielen heiteren Momenten." (Mopo) "Mit großem Gespür lotet das Ensemble alle tragischen Facetten von Angst, Zynismus, Zartheit, aber auch der Groteske bis zur Knallcharge aus." (Hamburger Abendblatt) "Im Zentrum dieser rundum gelungenen Inszenierung herrscht die fühlbare Angst." (Süddeutsche) "Luk Perceval und seinem hochklassigen Ensemble gelingen Momente von enormer Kraft und Intensität." (NDR Kultur) "Die Inszenierung mit grandioser Kulisse schildert sehr eindringlich die miteinander verwobenen Schicksale einer Reihe von Personen." (nachtkritik.de) Regie: Luk Perceval Bühne: Annette Kurz Kostüme: Ilse Vandenbussche Licht: Mark Van Denesse Musik: Lothar Müller Dramaturgie: Christina Bellingen Es spielen Benjamin Lew Klon, Mirco Kreibich, Daniel Lommatzsch, Thomas Niehaus, Barbara Nüsse, Gabriela Maria Schmeide, Maja Schöne, Cathérine Seifert, Alexander Simon, André Szymanski, Oda Thormeyer Premiere am 13. Oktober 2012 im Thalia Theater

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09.12.2019

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