Overlay

I’m searching for I:N:R:I

11.03.2016 - 07.04.2016 | Stuttgart / Schauspiel Stuttgart - Kammertheater
© JU_OSTKREUZ
© JU_OSTKREUZ
Beschreibung: 

(eine kriegsfuge)
von Fritz Kater
Westdeutschland Ende der 50er Jahre – das Gefühl der Stabilität und des geglückten Neubeginns spiegelt sich in der Beziehung zwischen der rätselhaften Rieke und Maibom, einem Journalisten und Nazijäger. Maibom und Rieke leben im siebten Jahr ihrer Beziehung, vielleicht wollen sie heiraten. Als Maibom von einer Reise aus Brasilien und Kuba zurückkommt, ist Rieke verschwunden, die gemeinsame Wohnung durchwühlt.
 
Ist sie entführt worden? Es entspinnt sich ein Spionagethriller, der auf drei Zeitebenen das schicksalhafte Scheitern der Liebes- und Lebensgeschichte dieser beiden Figuren zeigt. Das Deutschland während des Zweiten Weltkriegs, das Wirtschaftswunderland nach dem Krieg und die Vorwendezeit 1989 lassen die Protagonisten zu Opfern der jeweiligen gesellschaftlichen Umstände werden und stellen zugleich die Frage nach persönlicher Schuld und Verantwortung. Maibom macht sich auf die Suche nach Rieke. Wie der Sänger Orpheus in der griechischen Mythologie will er seine Geliebte zurückholen und folgt ihr ins Reich der Schatten. Die Spuren führen nach Bonn-Bad Godesberg und die Eifel. Sie sehen sich wieder. Erkennen sie sich? Ein Genrespiel zwischen Melodram und Film Noir über die Macht der Vergangenheit und eine Liebe, die nicht alles überwinden kann. Jossi Wieler, Intendant der Oper Stuttgart, inszeniert nach sechs Jahren zum ersten Mal wieder am Sprechtheater.
 
 
Fritz Katers Stück erzählt deutsche Geschichte aus einer ganz eigenen Perspektive. Das Stück ist eine andere, überraschende Art der Reflexion über die Wunden des Krieges. Es geht um „normale“ Menschen, keine Helden der Geschichte. Agenten ihrer selbst. Vielleicht vergleichbar mit Fassbinder-Figuren: Menschen machen Geschichte, ohne dass ihnen das so richtig bewusst ist. Das hat mich im Kern berührt. Der 2. Weltkrieg wird oft nur moralisch reflektiert; das ist hier nicht der Fall. Es gibt keine Betroffenheit. Das Stück ist eher ein Vexierbild der Geschichte, das sich auch nach und nach nicht zu einem Ganzen zusammenfügt. Spuren der Geschichte, Versehrtheiten, verletzte Identitäten setzen sich in dieser „kriegsfuge“ fort über den langen Zeitraum von 1941 bis 1989. Sie klingen nach, wiederholen sich, werden weitergegeben. Eine Geschichte wie ein Krimi.
 
Jossi Wieler

Noch keine Livekritik vorhanden.
  • Fazit
  • Unterhaltung
  • Anspruch
  • Preis/Leistung
  • Atmosphäre

0 Livekritiken

Noch keine Livekritik vorhanden.
Schreiben Sie die erste!

Eigene Livekritik verfassen.
Gast
Neuer Livekritiker
17.09.2019

Ähnliche Veranstaltungen in der Nähe

Für Freikarten und Kulturtipps

Andere Besucher interessierte auch

Machen Sie mit

Kultur erleben

  • Erhalten Sie Informationen zu Veranstaltungen, die Sie wirklich interessieren.
  • Austauschen mit anderen Livekritikern.
  • Gewinnen Sie Freikarten.
Jetzt kostenlos registrieren!