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Eva und Adam?

21.06.2014 - 27.07.2014 | Frankfurt (Oder) / St. Marienkirche zu Frankfurt (Oder)
© KERSTIN GRIMM
© KERSTIN GRIMM
Beschreibung: 

Im Gegenüber von Wissenschaft und Mythologie gibt es einen Raum, in dem sich arbeiten aber auch
lustwandeln lässt; sein Stoff ist unerschöpflich für Phantasie und Denken, Sprach- und Bilderspiele. Da
sind die Fragen, die anregen, ja anstiften, weiter zu fragen und die eher Bewegungen in Gang setzen
können als Antworten zu fordern. Jede Zeit hat ihre Mythen und den Stand wissenschaftlicher Erkenntnis – beide stehen oft im Widerstreit.
Geht es aber um Mythologie, also Dichtungen und Überlieferungen aus der Vorzeit, nehmen wir die
Christliche, und setzen sie ins Verhältnis zum Stand der Wissenschaft heute, lässt sich etwas finden über die Bedeutung etwa von Intuition, Phantasie, Beobachtungsgabe, Erfahrung und Urteilsvermögen, also jenen Möglichkeiten des Talents, das aus sich heraus zu Erkenntnis kommen kann. Als die frühen Weisen über die Entstehung der Welt und des Menschen nachdachten und deren Schriften Eingang fanden in das Buch der Bücher, wussten sie noch nichts von Adams Y-Chromosom und Evas mitochondrialem Erbgut, von den ersten Menschen, die jetzt Genetiker ausmachten und ihnen ihrerseits die Namen des Menschenpaares aus dem Garten Eden gaben: Adam und Eva. Die Arbeit der (Gen-)Forscher ist längst nicht beendet, und zugleich schauen wir immer wieder auf die bekannte Geschichte aus dem Alten Testament. Zwölf bildende Künstler – Dorit Bearach, Kerstin Grimm, Hans-Hendrik Grimmling, Clemens Gröszer, Simone Haack, Sylvia Hagen, Nils Hansen, Peter Herrmann, Katrin Kampmann, Jürgen Köhler, Reinhard Stangl, Ruth Tesmar - zeigen Werkgruppen zur Thematik Eva und Adam?, einem Ausstellungstitel, der Momente des Sakralen öffnet hin zu Weltlichkeit und Gegenwart. Bilder, Blätter, Skulpturen, Objekte und ein Hologramm befassen sich in dieser sehr heterogenen Schau mit den komplexen Fragen, die sich bekanntermaßen überall, immer und oft ganz im Kleinen und Alltäglichen stellen. So geht es etwa um Natur und Menschwerdung, Erschaffung und Erzeugung des Menschen, den Garten Eden und dessen Verlust, die Infragestellung des Sündenfalls, um das Menschenpaar, seine Verschiedenheit, seine Passion und Liebe. Für wenige Wochen sind diese Werke am passenden Ort beheimat: In einem sakral und weltlich genutzten Raum, der St. Marienkirche Frankfurt (Oder) mit ihren berühmten mittelalterlichen Chorfenstern, der so genannten gläsernen Bibel.
 
Anke Zeisler (Kuratorin)

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