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Endspiel

12.07.2017 | Wien / Akademietheater Wien
Beschreibung: 

Endspiel (frz. Fin de partie, engl. Endgame)

ist ein Drama von Samuel Beckett aus dem Jahr 1956. Das französische Original wurde vom Autor selbst ins Englische übertragen. Die Uraufführung des Einakters fand am 3. April 1957 im Royal Court Theatre in London statt, da sich in Paris zunächst kein Theater an das Stück heranwagte, obwohl Beckett nach dem Erfolg seines ersten Bühnenwerks Warten auf Godot als Dramatiker bereits etabliert war.

Becketts Endspiel ist ein Drama in einem Akt. In einem leeren und düsteren Raum – lediglich zwei kleine Fenster eröffnen weit oben im Hintergrund den Blick nach draußen – befinden sich der blinde und gelähmte Hamm, der auf einem mit Röllchen versehenen Sessel sitzt, weil er nicht stehen kann. Neben ihm steht auf steifen Beinen sein Diener, Clov, den Hamm „wie einen Sohn“ aufgenommen hat und der ebenfalls nur noch mühsam gehen, aber auf keinen Fall sitzen kann. Hamms Eltern, Nagg und Nell, sind beinlos und vegetieren in zwei Mülltonnen dahin. Die Welt außerhalb des Raumes ist offenbar „tot“, die vier Personen könnten die einzigen Überlebenden einer globalen Katastrophe sein.

Die Beziehung zwischen Diener und Herr, zwischen Clov und Hamm, ist von gegenseitiger Abneigung geprägt.[1] Clov hasst Hamm und möchte ihn verlassen, trotzdem gehorcht er seinen Anweisungen („Tu dies, tu das, und ich tu`s. Ich weigere mich nie. Warum?“) und bringt nicht die Kraft auf, seinen Tyrannen zu verlassen. Denn wenn er Hamm verlässt, muss dieser sterben, da Clov der einzige Überlebende ist, der ihn betreuen kann. Aber – und darin besteht die dramatische Spannung dieser Tragödie – auch Clov würde dann sterben, da Hamm die restlichen Lebensmittel gehören und nur er weiß, „wie der Speiseschrank aufgeht“. Clov quält sich mit diesem Dilemma. Hamm dagegen wird von Schuldgefühlen heimgesucht. Er hätte vielen Menschen Nahrung geben können. Nun gehen die Vorräte, die er beizeiten auf die Seite geschafft hat, zu Ende, so wie die Welt oder das, was davon übriggeblieben ist, dem Ende entgegengeht: „Etwas nimmt seinen Lauf“.

Hamm wirkt konfus und verwahrlost. Blind und trotzig besteht er darauf, dass Clov seinen Rollstuhl akribisch genau in den Mittelpunkt des Zimmers schiebt. Ihm wird die Welt nur durch die Augen Clovs vermittelt. Der blickt mit dem Fernrohr durch die beiden Fenster links und rechts in die Außenwelt und referiert, was er wahrnimmt: auf der einen Seite Land, auf der anderen Seite Meer – „alles ist aus“.

Hamms Eltern haben ihre Beine bei einem Fahrradunfall verloren. Der Sohn verachtet seine „verfluchte[n] Erzeuger“, so wie auch sie ihn verachten. Nell, die Mutter, ermutigt Clov, heimlich wegzugehen, wohl wissend, dass dies auch ihren Tod bedeuten würde. Die Worte Naggs, des Vaters, verraten sein Verhältnis zu Hamm: „Wen riefst Du, als du noch klein warst und Angst hattest, in der Nacht? Deine Mutter? Nein. Mich! Wir ließen dich schreien. Dann stellten wir dich weit weg, um schlafen zu können ... Ich hoffe, so lange zu leben, dass ich dich mich rufen höre, wie einst, als du noch klein warst und Angst hattest, in der Nacht, und als ich deine einzige Hoffnung war.“ Tatsächlich ruft Hamm zum Ende des Stückes hin mehrmals: „Vater“, während er anfangs den „verfluchte[n] Erzeuger“ und seine Mutter wie Müll „entsorgen lassen“ wollte.

Schließlich ergibt sich Hamm in sein Schicksal und akzeptiert das Unvermeidliche: „Es ist zu Ende, Clov, wir sind am Ende. Ich brauche dich nicht mehr.“ In einem finalen Monolog gibt er sich seinen Erinnerungen und seinem Selbstmitleid hin. Clov wartet, bereit zu gehen, geht jedoch nicht.

Gesamtwertung aus 1 Livekritik

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1 Livekritiken

Theater, auf seine eigenen Mittel reduziert

Dieter Dorns Inszenierung von Samual Becketts „Endspiel“ am Akademietheater Wien

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23.11.2017

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