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Dantons Tod

21.04.2012 - 16.04.2014 | Hamburg [ Mitte ] / Thalia Theater
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Beschreibung: 

von Georg Büchner

Was gilt es heute noch zu stürzen? Die Herrschaft des Geldes und der Märkte? Ist soziale Gerech-tigkeit noch ein Ziel der Politik? „Seit etwa drei Jahren habe ich keinen Artikel mehr geschrieben, denn ich weiß nicht mehr, was ich noch schreiben soll“, so der Schriftsteller Ingo Schulze im Januar 2012. „Es ist alles so offensichtlich: die Ab-schaffung der Demokratie, die zunehmende soziale und ökonomische Polarisation in Arm und Reich, der Ruin des Sozialstaates, die Privatisierung und damit Ökonomisierung aller Lebensbereiche, die Blindheit für den Rechtsextremismus und, und, und…“ Kann der Einzelne den Verlauf der Geschichte beeinflussen?

Der 22-jährige Büchner, als Verfasser der politischen Flugschrift „Der Hessische Landbote“ nur knapp einer Verhaftung entgangen, beschäftigt sich 1834/35 im reaktionären Deutschland literarisch mit den Möglichkeiten der Revolution. Sein Stück „Dantons Tod“ lässt Büchner fünf Jahre nach dem Sturm auf die Bastille einsetzen. Der euphorische Beginn der Französischen Revolution ist lange vorbei, eine neue Klasse der Profiteure hat sich etabliert, das Volk hungert weiter. Danton plädiert für ein Ende der Schreckensherrschaft, scheint aber an der Veränderbarkeit der Verhältnisse zu zweifeln und kokettiert mit dem Tod. Robespierre dagegen radikalisiert die Verbindung von Tugend und Terror und so verkehrt sich Brüderlichkeit in Brudermord.

"Ein magischer Premierenabend! Danton, des Terrors der nachrevolutionären Säuberungsaktionen in Frankreich müde, wird von seinem Weggefährten Robespierre wegen Verrats vorm Tribunal angeklagt. Steckel macht daraus einen Schlagabtausch der beiden brillanten Darsteller Jörg Pohl und Daniel Lommatzsch an Schlagzeugen. Das Publikum ist begeistert." (Bild)

"Schon in ihrer längst in den Kultstatus erhöhten Inszenierung von Büchners unvollendetem „Woyzeck“ hatte die junge Hausregisseurin Jette Steckel die Nachtseite der menschlichen Existenz betont. Nun gelang ihr mit „Dantons Tod“ ein aufrüttelnder, im Zusammenprall der Handelnden heftig bewegter Abend. […] Das Ensemble verausgabte sich sehenswert. Wortgewaltig Jörg Pohl als nihilistischer Danton, blendend in seiner Beredsamkeit, Mirco Kreibich als Freund Camille, aalglatt Daniel Lommatzsch als tugendhafter Terrorist Robespierre mit einer Stimme des sanften Schreckens, Karin Neuhäuser als Zyniker der Macht St. Just, hochemotional Maja Schöne und Lisa Hagmeister als Julie und Lucile." (Stader Tageblatt)

Regie: Jette Steckel
Bühne: Florian Lösche
Kostüme: Pauline Hüners
Musik: Matthias Grübel, Jonas Landerschier, Klangräume, Ronald Steckel
Dramaturgie: Susanne Meister

Es spielen Lisa Hagmeister, Mirco Kreibich, Daniel Lommatzsch, Karin Neuhäuser, Thomas Niehaus, Axel Olsson, Jörg Pohl, Maja Schöne und André Szymanski
Statisten: Fabian Kaiser, Robin Koger

Premiere am 21. April 2012 im Thalia Theater

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15.09.2019

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