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Livekritik zu

Unknown Places

04.07.2014 - 13.07.2014 | Hamburg [ Mitte ] / Hamburger Sprechwerk
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A.-K. Iwersen
am 10.07.2014

Wie jedes Jahr stellt auch dieses Jahr die Contemporary Dance School Hamburg (CDSH) Projekte und Abschlussprojekte seiner Studenten und Absolventen vor, in diesem Jahr unter dem Titel „Unknown Places“ – in zwei Programmen (A und B). Am vergangenen Freitag hatte Programm A, das Arbeiten des 1. und 2. Studienjahres zeigt, Premiere im Hamburger Sprechwerk.

„Unknown Places“ ist als Thema zunächst einmal sehr offen gewählt, dabei aber noch immer sehr aktuell und zeitgemäß – denn Fragen von Ort und Raum beschäftigen Kulturforschung wie Kunst noch immer, auch wenn der „Spatial Turn“ mittlerweile doch schon ein paar Jahre alt ist. Entsprechend ist die Erkundung von Orten und Räumen – also sowohl die physische als auch die psychische Dimension – Gegenstand der einzelnen Projekte zu diesem Oberthema.

Das Programm A zeigte fünf verschiedene Projekte. Den Auftakt machte „The Search goes on…“, nach einem Konzept und einer Choreographie von Fiona Gordon, eine ästhetisch sehr gelungene Choreographie. Tanz, Musik und Lichteffekte waren hier wirkungsvoll aufeinander abgestimmt. „Time flies“ (– oder doch „Time files“? Welches von beidem der Druckfehler im Programmheft ist, ist mir unklar geblieben.) , ein Projekt, das ohne Musik auskam, war ohne Zweifel hervorragend getanzt und choreographiert (obschon, ohne Musik, auf die Dauer auch etwas anstrengend anzuschauen); Thema war – laut Programmheft – der Prozess des Treffens einer Entscheidung, die Imagination verschiedener Zukünfte und das gegenseitige Formen von Bewegungen – „eine Reise durch rauschartige Zustände“ soll das Projekt sein, „die unsere Vorstellung von dem, was eine Entscheidung ist und wie sie entsteht, in Frage stellen.“ Zugegebenermaßen fiel es mir bereits an sich schwer, mir unter diesem diffusen Thema etwas vorzustellen, und entsprechend schwer fiel es mir dann auch, dies auf der Bühne realisiert zu sehen  – aber vielleicht hat meine Phantasie hier schlicht nicht ausgereicht. Der erste Teil des Programms schloss mit einem beeindruckenden Videoprojekt der Abschlussklasse, das sich thematisch mehr dem physischen Raum und dessen (tänzerische) Aneignung auseinandersetzte. Nach der Pause folgte das zweifellos wohl am schönsten anzusehende Projekt des Abends, „Difference in continuity…“ nach einer Choreographie von Javier Báez zu Musik von Arvo Pärt. Den Abschluss machte das optisch mit wirkungsvollen Schwarz-Weiß-Kontrasten arbeitende Projekt „R“ (Choreographie: Tomislav Jeličić) zu Dmitri Yanov-Yanovsky, Gabriel Fauré und Alfred Schnittke.

Während sich der Zuschauer in allen fünf Projekten ohne Zweifel von den hohen tänzerischen Fähigkeiten der Studenten der CDSH überzeugen konnten, war indes die genaue Bezugnahme auf die übergeordnete Thematik nicht immer ganz klar – das macht aber nun eigentlich auch gar nichts. Das Programm ist ebenso sehenswert, wenn man sich einfach nur an der Ästhetik zeitgenössischen Tanzes erfreuen möchte.

 

Programm A gibt es noch einmal am 5. Juli (20h) und am 6. Juli (18h) zu sehen. Programm B (Abschlussprojekt des 3. Jahres) wird in der Folgewoche gezeigt: 10. Juli (20h, Premiere), 11. und 12. Juli (jeweils 20h), 13. Juli (16h). Kombitickets für beide Programme sind zu einem ermäßigten Preis erhältlich.

Besucherfazit

Tolle Projekte der Studenten der CDSH - absolut sehenswert für Liebhaber modernen Tanzes

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