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Livekritik zu

NILAH

30.01.2014 - 17.05.2014 | Hamburg [ Mitte ] / Hamburger Sprechwerk
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kulturschock
am 26.05.2014

"Mein Name ist  Nilah und ich bin das wofür du mich bezahlst."

Dieser einprägende Satz der Hauptdarstellerin Nilahbeschreibt das, um was es in dem neuen Theaterstück von Denise Stellmann geht: um gekaufte und gespielte Liebe.

Auf der Bühne toll inszeniert, erzählt Marlene die Geschichte ihrer großen Liebe und Partnerin, der Edelprostituierten Nilah, die ihren Körper ausschließlich an Frauen, der höheren Einkommensschicht verkauft. Sie verdient sich somit ihren Lebensunterhalt, und spielt die Rolle der verführenden Femme Fatale bravourös. Das Schauspiel zwischen den Darstellerinnen ist perfekt: Als Zuschauer liebt und hasst man Nilah zugleich. Giulia Vazzoler spielt Nilah sehr intensiv, ist auf jedes Detail bedacht und zeigt keine Emotionen. Sie darf keine Liebe zulassen, wickelt aber alle, egal ob auf oder neben der Bühne jeden mit jeder Flirtattacke und ihrem italienischen Charme um den Finger. Brilliant gespielt lässt Christina Richter das Publikum Marlene`s inneren Konflikt spüren, sie liebt ihre Partnerin abgöttisch für ihre wundervolle Art und hasst sie zugleich für ihre permanente Gefühlslosigkeit. Sie kann nur schweren Herzens mit dem Gedanken leben, dass sich ihre Nilah mit anderen Frauen trifft, wie der Rechtsanwältin Evelin, gespielt von Leonie Fuchs und der erfolgreichen Unternehmerin Susanna, gespielt von Lena Röpert. Im Stück wird Marlene erkennen müssen dass, sie ihre Nilah nicht ändern kann. Und sie, die Liebe, die sie einfordert, nicht bekommen kann.

Auf der Bühne Frauen, die ihr verfallen sind durchlaufen mit Nilah einen Prozess: sie sind neugierig, verfallen ihrem unendlichem Charme, fangen an, sie zu lieben, wollen sie ganz für sich allein, wollen sie retten vor den anderen Frauen und erinnern sich leider oft zu spät, dass sie Nilah für das alles bezahlt haben und keine Zuneigung echt, sondern gespielt ist. 

Das Stück ist geprägt von wundervollen Szenen, die unter die Haut gehen. Die Bühne ist schlicht und wird perfekt inszeniert. Der Einsatz technischer Mittel ist grandios und lässt Nilah zum Feuerwerk der Emotionen werden. Die Musik geht unter die Haut.

Stellmanns Konzept "Stage meets Movie" ist in diesem Theaterstück die perfekte Komposition aus Film und Theater. Es durchbricht gekonnt die Schranken des klassischen Theaters und lockt ein völlig neues Publikum an. Der Zuschauer erlebt ein erstklassiges Entertainment. Die zumeist langen, tiefsinnigen Szenen werden durch liebevoll ausgewählte Songs und Filmaufnahmen untermalt und laden den Zuschauer zu einem kurzweiligen Intermezzo ein.

Das Ende der Vorstellung geht tief ans Herz. Denise Stellmann entlässt uns mit Emotionen, die kein Zuschauer erwartet hätte.

Besucherfazit

Ein hochklassiges Theaterstück mit perfekter Besetzung und dem gewissen Etwas.

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