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Livekritik zu

V. Frang, Radio Filharmonisch Orkest, M. Stenz: Korngold, Mahler

23.10.2014 | Köln [ Innenstadt ] / Kölner Philharmonie
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Tanja Piel
am 27.10.2014

Nach seinem Abschied als Generalmusikdirektor der Stadt Köln und als Gürzenich-Kapellmeister am 15. Juni 2014, war Markus Stenz mit seinem niederländischen Radio Filharmonisch Orkest zu Gast in der Kölner Philharmonie. Sozusagen ein Heimspiel für den Rheinländer. Die Philharmonie war nicht ausverkauft.

Als Markus Stenz die Bühne betrat, wurde er mit doch zurückhaltendem Applaus vom Kölner Publikum begrüßt. Da hätte ich doch mehr Wiedersehensfreude erwartet. Einen kleinen Sonderapplaus gab es für die 1. Konzertmeisterin, die etwas verspätet die Bühne betrat.

Der Abend sollte mit Erich Wolfgang Korngolds Violinkonzert beginnen. Als Solistin war die junge Norwegerin Vilde Vrang auf der Bühne, die schon im Vorjahr das Kölner Publikum begeisterte. Vilde Vrang ist für ihre Virtuosität bekannt. Ihre Mimik spiegelte ihre Gedanken wider.

Korngold wurde auf Empfehlung Mahlers Schüler von Zemblinsky. Mahler war so fasziniert von dem talentierten Zögling, dass Zemblinsky ihn mehrere Jahre unterrichtete. Korngolds komponierte seine Werke hauptsächlich für die Hollywood Filmindustrie, als er wegen des Krieges nach Amerika emigriere.

Vilde Frang begann den ersten Satz Moderato nobile, dunkel fast mit einer weinenden Violine zu spielen, die romantisch unterstützt wurde von der Harfe. Zwischen Dirigent und Solistin bemerkte ich in der 7. Reihe einen intensiven Blickkontakt zur Verständigung. Frang spielte ohne Noten. Der zweite Atz Romance. Andante begann träumerisch und erwachte mit der Harfe. Frang spielte mit sehr viel Gefühl. Die Einheit mit ihrem Instrument war den ganzen Abend zu beobachten.  Der zweite Satz endete leise mit den Cellis im Hintergrund. Der dritte Satz (Finale.Allegro assai vivace) bekam durch den marschartigen und kurzen Rythmus Fahrt. Die wunderbare Interpretation von Korngolds Violinkonzert wurde mit einer kleinen Zugabe gedankt.

Nach der Pause stand Gustav Mahlers 5. Sinfonie auf dem Programm. Für diese Sinfonie ist es ein Heimspiel: Sie wurde 1904 mti dem Gürzenich Orchester in Köln uraufgeführt. Für mich hat das Adagietto eine besondere Bedeutung: Mit ihm fing 2010 meine Begeisterung für klassische Musik an, als ich den Philharmonielunch besuchte und dieser Satz geprobt wurde. Somit zählt es auch zu meinen Lieblingswerken. Somit war ich gespannt auf Markus Stenz Interpretation.

Mahlers Sinfonie Nr. 5 begann mit einem schweren Trauermarsch, die Schwere des Satzes war in der Philharmonie zu spüren.

Der dritte Satz spielt auf die Wiener Walzerthematik an: Das Tänzerische kommt im nicht im Dreivierteltakt daher und sorgt so für ungewohnte Töne. Die Klarinetten werden wie Fanfaren in die Höhe gehalten und gespielt im dritten Satz. Das Horn-Solo (bemerkenswert: ) Das Adaghietto war für mich zum Dahinschmelzen. Der langsame Rhythmus, unterstützt von der Harfe und den Cellis erzeugte bei mir Gänsehaut und war für mich der schönste Satz an diesem Abend.

Das Radio Filharmonisch Orkest spielte auf seiner Tournee, die in Köln endete, spielte präzise und mit viel Ausdruckskraft unter dem Dirigat ihres Chefdirigenten. Das Publikum taute dann beim frenetischen Schlussapplaus auf: Markus Stenz war wieder zu Hause in Köln. Hoffen wir, dass er als Rheinländer in der kommenden Saison uns wieder mit seinem Orchester besucht.

Leider fehlt im Programm die aktuelle Besetzung des Orchesters.

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Gefeiertes "Wiedersehen" für Markus Stenz in der Kölner Philharmonie

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