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Livekritik zu

Die Zauberflöte

03.12.2012 - 27.01.2013 | Oldenburg / Oldenburgisches Staatstheater
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Sarah Maria
am 11.04.2013

Die Oldenburger Zauberflöte ist genau das, was man – zu Recht – erwartet, wenn man diese Oper besucht: die Regie (Niklaus Helbling) ist ausgefeilt und immer genau auf den Punkt: da wirkt nix fehlplatziert oder zusammenhangslos. Sie hat einen gewissen modernen Touch (Tamino kommt in einem Anzug daher, Sarastro ist Herrscher der Eisenbahn, usw.) - der aber keinesfalls das Märchenhafte zurückdrängt oder übertüncht. Und ein bisschen Freimaurerei darf gen Ende natürlich auch nicht fehlen. Insgesamt wirkte alles sehr stimmig.

Musikalisch weiß das Theater Oldenburg, wie so oft, durchaus zu begeistern. Dorothea Maria Marx als Königin der Nacht legte in ihre Interpretation viel Schmerz und Energie. Sie sang die Koloraturen absolut treffsicher und stimmschön. Daniel Ohlman (Tamino) legte nach einem nicht ganz so geglücktem Start eine ordentliche Partie hin. Seine Geliebte, Pamina, sang Mareke Freudenberg, die mich schon oft in Oldenburg begeistert hat. Doch das, was sie an diesem Abend präsentierte, ging über schlichte Begeisterung hinaus! Frau Freudenberg brachte mit klarem jugendlichen Sopran und astreiner Stimmführung eine Pamina der Spitzen-Klasse auf die Bühne. Ich bin gespannt, wann und wo sie den Sprung auf die großen Opernbühnen wagt. Benjamin LeClairs Sarastro war sowohl stimmlich als auch äußerlich ne Wucht! Sein „In diesen heil’gen Hallen, wo….“ interpretierte er wirklich wundervoll. Doch was wäre die Zauberflöte ohne einen schauspielerisch und gesanglich frischen Papageno? Stimmt, irgendwie blutleer. Aber da konnte Paul Brady Abhilfe schaffen und brachte sowohl punktgenaue Komik als auch eine nahezu perfekte stimmliche Interpretation mit. - Mit Anja Rabsilber als Papagena an seiner Seite fand er nicht nur handlungsbedingt seine perfekte Partnerin.

Im Orchestergraben stand Thomas Bönisch und dirigierte Mozart. Dies mag zunächst vielleicht ein bisserl schlicht klingen, ist es durchaus sehr positiv gemeint. Und als Knüller ist ebenfalls der Chor zu vermelden. In der Oldenburger Zauberflöte stimmt einfach so viel, dass man sich glatt dazu hinreißen lässt hinauszupusten: da passt einfach alles!

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