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Livekritik zu

Vom Geist der Weihnacht

05.12.2014 | Oberhausen / König-Pilsener-Arena Oberhausen
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Sarah Dickel
am 08.12.2014

Welcher Name ist stärker mit Weihnachten verbunden, als Charles Dickens? Wohl kaum einer. Deswegen wird auch dieses Jahr wieder seine berühmte Weihnachtsgeschichte „A Christmas Carol“, die vom Autor Dirk Michael Steffan zu einer zauberhaften Musicalversion adaptiert wurde, aufgeführt. Eine Besonderheit ist dieses Jahr jedoch, dass die Aufführung nicht nur an einem Standort stattfindet, sondern durch vier verschiedene Städte und vier verschiedene Arenen führt. Arenen? Ja, richtig gelesen, dieses Jahr werden keine kleinen Theater bespielt, sondern große Arenen. Wie das machbar ist bei einem besinnlichen Musical und ob die Atmosphäre trotzdem rüberkommt? Diese Fragen habe ich mir vorweg auch gestellt und so viel sei hier bereits verraten: Es ist geglückt!

Als Hauptdarsteller wurden Jeanette Biedermann, Felix Martin und Mathias Schlung gewonnen. Martin dürfte den bekennenden Musicalfans bestens unter anderem aus der Rocky Horror Picture Show, Tanz der Vampire oder Elisabeth bekannt sein. Dies sind nur einige der Musicals, bei denen er bereits die großen Hauptrollen spielte. Doch auch im Musical vom Geist der Weihnacht, in dem er den bösen Geizhals Scrooge spielt, brilliert er wieder. Er schafft es das Publikum mit auf eine Reise zu nehmen, auf der sich der bitterböse Mann zu einem freundlichen Mann entwickelt, der einsieht, welche Fehler er begangen hat. Mit seiner herausragenden Stimme, Mimik und Gestik erweckt er die Rolle des Scrooge mit Leben.

Doch auch die anderen Hauptdarsteller stehen ihm in keinster Weise nach. Schlung, der vor allem durch seine zahlreichen Theater-  und TV-Jobs bekannt ist, mimt die Rolle des Geist Marley, der seinem alten Freund Scrooge zeigen soll, welche Fehler er macht. Ihm zur Seite steht der Engel der Weihnacht, der von Biedermann, in ihrer ersten Musicalrolle, gespielt wird. Sie beiden nehmen Scrooge mit auf eine Reise durch die Zeit, um ihm zum Umdenken zu bewegen. Schlung und Biedermann verkörpern die beiden Rollen ausgezeichnet und es ist eine Freude, den Beiden zuzusehen. Besonders Biedermann spielt sich ohne Probleme ins Musicalgenre ein und überzeugt auf ganzer Linie. Sie spielt den Engel und Scrooge‘ Ehemalige Jugendliebe Belle so grazil, dass einem die Tränen in die Augen kommen.

Neben den drei Hauptdarstellern vervollständigt ein hervorragendes Ensemble das Musical. Besonders erwähnenswert sind hierbei das Ehepaar Fezziwig, gespielt von Axel Kraus und Judith Steinhäuser. Ihre Weihnachtsfeier, auf der Frau Fezziwig ihr Menü, auf dem Tisch stehend aufzählt, gehört zu einem DER Höhepunkte der Show. Besonders zu nennen sind zudem noch die vielen Kinderdarsteller, die ihre Rollen mehr als gut spielen. Herausragend ist der kleine Timmy, gespielt von Tom Bauditz. Seine wunderschöne Stimme geht dem Publikum so nahe, dass zahlreiche Taschentücher gezückt wurden. Der 12-Jährige hat mit Sicherheit noch eine große (Musical-) Zukunft vor sich.

Und auch meine anfängliche Skepsis, ob das Musical in solch einer großer Halle brillieren kann, wurde bestens entkräftet. Es wird nur ein kleiner Teil der Hallen bespielt, der restliche Teil wird abgehängt. So bleibt die gemütliche Atmosphäre bestehen. Einziger, klitzekleiner Wehmutstropfen ist, dass man die herausragende Mimik und Gestik der Darsteller, die in diesem Stück vielfach vorhanden ist, von weiter oben nicht so gut sehen kann. Nichts desto trotz ist es eine sehr gelungene Adaption für große Hallen, die nach diesem Wochenende noch in Bremen, Mannheim und Köln gesehen werden kann.

Besucherfazit

Ein (vor)weihnachtliches Muss!

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