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Livekritik zu

Das Musical Elisabeth

25.02.2015 - 14.02.2016 | Essen, München, Linz, Frankfurt am Main, ...
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Sarah Dickel
am 02.03.2015

Nachdem das Erfolgsmusical Elisabeth zwei Monate durch den asiatischen Raum tourte und sehr gefeiert wurde, ist es seit dem 25.02 auch wieder auf deutschen Bühnen zu bewundern. Die tragische Geschichte um die Kaiserin von Österreich feiert ihren deutschen Tourauftakt vom 25.02-22.03 im Essener Colosseum, bevor es danach weiter nach München, Linz, Frankfurt und Berlin geht.

Wer eine seichte Geschichte um die junge Sissy erwartet, dem sei gleich gesagt, was dem Zuschauer das 28-köpfige Ensemble bietet, hat nicht viel gemein mit den berühmten Sissy-Filmen, die alljährlich um Weihnachten herum ausgestrahlt werden. Stattdessen zeigt das Musical „die wahre Geschichte der Sissi“, die die Schattenseiten der Kaiserin und ihre inneren Konflikte auf grandiose Art zeigt.

Die Rolle der Elisabeth wird von der bezaubernden Roberta Valentini verkörpert. Sie schafft es dem Zuschauer die Lebensgeschichte der Kaiserin näher zu bringen: Sie mimt die junge Sissy, den ungestümen Wildfang, so überzeugend, dass es eine Wonne ist, ihr zu zusehen. Aber auch das Heranwachsen und das Hineinfinden in die Rolle der Kaiserin, stellt Valentini überzeugend dar. Insbesondere die inneren Konflikte, die Elisabeth größtenteils mit sich selbst ausmachen muss und die ihr Leben bestimmen, werden von Valentini so glaubhaft umgesetzt, dass man die innere Zerrissenheit spüren kann, unter der die Kaiserin jahrelang litt.

Neben ihrem Gatten, Kaiser Franz Joseph, der  von Maximilian Mann dargestellt wird, gibt es noch einen weiteren Mann, zu dem die Kaiserin eine lebenslange Hassliebe führt: Den Tod. Die Rolle, die sicherlich zu einer der Paraderollen in der Musicalbranche zählt, wird von Mark Seibert gespielt. Mit ungeheurem Charisma verkörpert Seibert diese Rolle und zeigt eindrucksvoll, wie oft die Kaiserin tief am Abgrund steht und mit dem Tod spielt. Mit einem leicht ironischen Lächeln wickelt er das Publikum gekonnt um den Finger und schafft es den Antiheld zum Helden zu machen.

Der wahre unscheinbare Held des Abends ist jedoch ein anderer. Einer, der das ganze Stück mit seinen Kommentaren begleitet: Luigi Lucheni, der Mörder Elisabeths, dargestellt von Kurosch Abbasi. Der in Gießen aufgewachsene Sänger und Schauspieler mimt den Angeklagten Lucheni so glaubhaft, dass der Zuschauer vollkommen in seinen Bann gezogen wird und vergisst, dass es sich bei ihm um den Mörder Elisabeths handelt. Er kommentiert die Geschehnisse und agiert mit dem Publikum auf eine so charmante  Art und Weise, dass man ihm definitiv sämtlichen „Kitsch“ sofort abkaufen würde.

Die knapp drei Stunden vergingen wie im Flug und das nicht zuletzt auch aufgrund der grandiosen Stimmen des kompletten Ensembles. Ausnahmslos jeder glänzte mit atemberaubenden Stimmen, die ganz besonders bei den Klassikern, wie „Ich gehör nur mir“ gesungen von Elisabeth oder „der letzte Tanz“ gesungen von dem Tod, herauskamen.  Wer also mal einen anderen Einblick in das Leben der Kaiserin von Österreich bekommen möchte, sollte sich dieses Musical auf keinem Fall entgehen lassen.

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Ein Einblick in das wahre Leben der Elisabeth!

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