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Livekritik zu

Bodyguard - Das Musical

25.11.2015 - 31.01.2017 | Köln [ Innenstadt ] / Musical Dome
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Sarah Dickel
am 27.11.2015

 Whitney Houston, Kevin Costner und eine wunderschöne, wenn auch dramatische, Liebesgeschichte: Das war die Geschichte von "Bodyguard", dem Film, der im Jahr 1992 in den Kinos lief. Schon oft dienten Filme als Grundlage für Musicals. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Was allerdings das Creative Team um Michael Harrison und David Ian aus dem Drehbuch von Lawrence Kasdan gemacht hat, ist großartig.

Im Musical Dome Köln tauchen die Zuschauer komplett in die Filmwelt ein. Egal ob Bühnenauftritte in Clubs, das Holzhaus, in dem sich die Familie nach Morddrohungen zurückzieht oder die Oscarverleihung - mit Liebe zum Detail wurde jede Kulisse entworfen und kein Detail vergessen. Nicht umsonst ist Bodyguard die "aufwändigste Produktion, die jemals im Musical Dome zuhause war". Was die Zuschauer an Kulisse und Atmosphäre erwartet, ist atemberaubend.

In dieser sagenhaften Kulisse, bedarf es nun noch Hauptdarsteller, die die Geschichte rund um Rachel Marron und Frank Farmer zum Leben erwecken. Mit Patricia Meeden und Jürgen Fischer ist der Produktion ein absoluter Coup gelungen: Meeden ist vielen Zuschauern aus der TV-Produktion "The Voice of Germany" bekannt. Die hübsche Berlinerin mit kubanischen und dänischen Wurzeln singt die bekanntesten Hits von Whitney Houston mit so einer Leichtigkeit, das der Zuschauer automatisch das Gefühl hat, in einer ganz eigenen Welt versunken zu seien. Meedens Stimme ist herausragend und spätestens, wenn sie am Ende "I will always love you" anstimmt, ist Gänsehaut-Stimmung garantiert.

An ihrer Seite spielt Jürgen Fischer die Rolle ihres Bodyguards Frank Farmer. Für die Rolle des jungen Costners könnte es keine besser Besetzung geben, als den sympathischen Schauspieler, der vielen aus dem TV bekannt ist. Der gebürtige Münchener spielt den anfangs unnahbaren Bodyguard, der sich am Ende in seine Auftraggeberin verliebt so glaubhaft, dass man ihm am liebsten selbst als Bodyguard engagieren möchte.

Das die Chemie zwischen den beiden Protagonisten stimmt, merkt das Publikum bei jedem gemeinsamen Auftritt. Das Bühnenspiel zeichnet sich, trotz der Dramatik, durch eine Leichtigkeit und oft unterschwellige Komik aus, dass der Zuschauer vollkommen die Zeit vergisst.

Aber auch die anderen Darsteller tragen dazu bei, dass die Zeit wie im Flug vergeht und man am Ende am liebsten nochmal auf die "Return"-Taste drücken möchte, um das Stück nochmal zu sehen: Zu nennen ist Tertia Botha, die Rachels Schwester Nicki spielt. Auch sie verzaubert nicht allein mit ihrer tollen Stimme, sondern auch mit dem Dilemma, das sie glaubhaft darstellt: Die Liebe zur Musik, die sie mit ihrer berühmten Schwester teilt und auch die Liebe zu dem gleichen Mann: Frank. Die innere Zerissenheit bringt Botha mit kleinen Gesten auf den Punkt.

Eine weitere wichtige Rolle spielt Lamin T. Er spielt den Sohn von Rachel, Fletcher. Die Beziehung zwischen ihm und Rachel wirkt so authentisch, dass man meinen könnte, Lamin sei der reale Sohn von Meeden. Mit welcher Leichtigkeit er über die Bühne fegt, lässt staunende Münder offen.

Neben Tom Viehöfer, der den geheimnisvollen Stalker von Rachel spielt, gibt es noch eine Anzahl weiterer Hauptdarsteller, die das Stück zu dem machen, was es ist: Ein Glanzstück der Musical-Ära. Nicht zuletzt, weil die Harmonie innerhalb der kompletten Cast zu spüren ist. Das Stück, das von seinen mitreißenden Songs, atemberaubenden Kulissen und sensationellen Darstellern, getragen wird, endet wie der Film mit dem großen Klassiker "I will always love you". Zuvor wird allerdings noch die bekannteste Szene dargestellt, in der Rachel bei der Oscarverleihung auftritt und singt. Ihr Stalker ist auch anwesend. Sämtliches Security-Personal verteilt sich durch den Zuschauerraum und erweckt eine ganz neue Dimension des Musicals: Die realen Zuschauer werden mit ins das Geschehen eingebunden. Als Frank sich zum Schluss vor Rachel wirft, um die Todeskugel abzufangen und diese den legendären Satz sagt "Nein, ich blute nicht... er ist es.. mein Bodyguard!" zerreißt es dem Zuschauer förmlich das Herz: Nur gut, dass die Beiden sich am Ende dann doch noch kriegen.

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Ein Glanzstück der Musical-Ära!

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