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Livekritik zu

Paul Temple und die Affäre Gregory

10.11.2014 | Siegen / Apollo-Theater Siegen
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Sarah Dickel
am 21.11.2014

Der Saal war komplett ausverkauft. Fünf Stühle standen auf der Bühne, zahlreiche Requisiten und eine Leinwand. Die Atmosphäre war erwartungsvoll. Wie beim sonntagabendlichen Tatort hatte das Publikum sich mit Knabberzeugs und Getränken eingedeckt und wartete gespannt auf den Anfang. Und der folgte sogleich direkt mit dem Einstieg ins Geschehen rund um den beliebten Meisterdetektiv Paul Temple.

Was die Zuschauer erwartete war jedoch nicht ein gewöhnliches Schauspiel, sondern ein Live-Hörspiel der Extraklasse. Gelesen und dargestellt wurden die zahlreichen Rollen von einem mehr als gelungenen Quintett rund um den bekannten Comedian Bastian Pastewka.

Pastewka selbst übernimmt die Rolle des Detektivs Temple, der den Verbrecher sucht, der für die tragischen Frauenmorde verantwortlich ist. Vergessen Sie jegliche Logik, denn spätestens nach einer halben Stunde ist klar, der, den man im ersten Moment für den Mörder hält, ist es garantiert nicht gewesen. So versucht Pastewka immer wieder mit seiner durchweg charmanten Vorstellung des Privatdetektivs, dem Täter auf die Spur zu kommen. Unterstützt wird er von seiner „Frau“ Steve, gespielt von der bezaubernden Janina Sachau. Sie mimt die Gattin des Meisterdetektivs so glaubwürdig und bezaubernd, dass es ein Spaß ist, ihr zuzusehen. Herausragend ist auch der Moment, indem die drei Männer des Quintetts zusammen mit Sachau den Klassiker „Am Zuckerhut“ singen.  Nicht nur spielen können sie, nein, auch singen. Und hierbei sticht vor allem Sachau heraus: Beim nächsten Mal, bitte noch mehr davon!

Neben dem Ehepaar Temple gehören, wie in jedem guten Francis Durbridge Roman auch, zahlreiche weitere Figuren zum Personal. Diese werden von den drei Schauspielern Alexis Kara, Inga Bausch und Kai Magnus Sting verkörpert. Und auch hier hätte die Wahl der Schauspieler nicht besser fallen können: Schon zu Beginn des Stücks, als Bausch eine kreischende Möwe nachmacht, kann sich das Publikum das Lachen (und das bei einem Krimi!) kaum verkneifen. Spätestens jedoch, als sie einen nuschelnden Sergeant gibt, ist es um das Publikum geschehen.

Aber auch ihre beiden Kollegen Sting und Kara schaffen es sich in die Sympathie des Publikums zu spielen, bzw. reden. Sie spielen die verschiedensten Rollen mit so einer Bravour, dass man sich jedes Mal auf’s Neue freut, wenn eine weitere Rolle dem Personeninventar hinzugefügt wird. Langeweile kommt hier mit Sicherheit nicht auf. Ganz im Gegenteil. Ich ertappe mich, wie ich an meinem Chips knabbere und vor lauter Spannung gar nicht mitbekomme, wie die Zeit vergeht. Und wer ist nun der mysteriöse „Gregory“? Nun, das müssen Sie am besten selbst herausbekommen, denn ab dem 13.01.2015 ist das Quintett wieder auf Tour.

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Spannung Pur! Lassen Sie den Fernseher mal getrost zuhause aus!

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