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Livekritik zu

Dionysos

08.07.2012 - 15.07.2012 | Berlin [ Charlottenburg ] / Staatsoper im Schiller Theater
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Philipp Mantau
am 19.07.2012

Leider wurde der erste Eindruck von dem eigenwilligen Bühnenbild getrübt, allzu bunt und aufdringlich kam es daher. Der Künstler Jonathan Meese hat es entworfen, ziemlich abgedreht. Zu abgedreht für meinen Geschmack - schließlich sollte die Aufmerksamkeit nicht an Gebirgen aus Plastik und bunten Blasen  hängen bleiben. Zum Glück schaffte es die Kulisse aber nicht, die Musik Wofgang Rihms in den Schatten zu stellen, denn die war einfach genial und riss das Publikum in einer gewaltigen Woge mit. Zumindest erging es mir so bei der Aufführung von "Dionysos" im Berliner Schillertheater.

Die Handlung erschloss sich mir allerdings nicht. Sofern man hier überhaupt von Handlung sprechen kann. Vielmehr war es eine Aneinanderreihung von Textpassagen oder eben eine Collage aus Nietzsches Texten. Das wiederum machten aber die Sänger und Sängerinenn wett, die ein ums andere Mal für Gänsehaut sorgten. Bariton Georg Nigl, Tenor Matthias Kling und die fabelhafte Sopranistin Moica Erdmann, die ihre Stimme mühelos in schwindelerregende Höhe schraubt. Sie alle begeisterten nicht nur mit ihren Stimmen, sondern auch mit ihrem Bühnenspiel. Friedrich Nietzsches Dionysos-Dithyramben sind sicherlich keine leichte Kost, doch der Komponist Wolfgang Rihm hat es geschafft, sie musikalisch so zu verpacken, dass sie, mit genannten Abstrichen, erstaunlich leicht genießbar war.

Besucherfazit

Ein erstaunlich unterhaltsames Stück Oper, Handlung und Kulisse ausgenommen.

Bewertung

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Kommentare

Tolles optisches und akustisches Zusammenspiel

Ich persönlich fand das Bühnenbild gelungen. Es passt meiner Meinung nach auch sehr gut zu Rihms Musik - zusammen war die Wirkung einfach toll, fantasievoll und ausdrucksstark. In punkto Handlung gebe ich dem Rezensenten recht - sie verwirrte doch sehr. Aber für die Augen und vor allem für die Ohren wurde ja genug geboten, da störte diese inhaltliche Leere kein bisschen.

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