Overlay
Livekritik zu

LA BOHÈME

10.12.2013 - 29.12.2013 | Hannover / Staatsoper Hannover
« zurück zur Veranstaltungsseite
Nick Pulina
am 09.12.2013

Puccinis wohl berühmteste Oper in einer Inszenierung von Chris Alexander an der Staatsoper Hannover. Ich ging an diesem Tag mit gemischten Gefühlen in die Oper, da ich vorher schon einige Erlebnisse mit der Bohème hatte. Das heißt, sie hing mir sozusagen aus  dem Hals raus. Nachdem ich sie mir in einer Inszenierung mit Anna Netrebko als Mimí und in noch einer weiteren angesehen hatte und das Libretto gelesen hatte, stempelte ich sie langsam zu einer langweiligen, grauen Vorstellung ab, immer wieder kalt, grau, arm.

Die Staatsoper Hannover überraschte mich allerdings auf angenehmste Weise. Schon als ich den Zuschauerraum betrat, imponierte mir die große Videoproduktion eines abstrkten Gemäldes auf eine Leinwand, die den Bühnenberich verhängte. Als diese Leinwand pünktlich zu Aufführungsbeginn den Blick auf die Kulisse und Darsteller gab, schoss mir ein weiteres Lächeln ins Gesicht. Es war zwar mal wieder sehr kalt (wie auch sonst?), jedoch zur Abwechslung mal kein kleines, graues Kämmerchen, sondern ein nach hinten offener, schwarzer Bühnenraum mit einer leicht ansteigenden, grau-weißen Schneelandschaft, die auch gern von den Darstellern betreten wird (ich denke, es handelt sich hierbei um das verschneite Dach, da wir uns ja in einer Obergeschosswohnung befinden, was auch durch das Hervorkommen der Darsteller über eine "unsichtbare" Treppe von unten signaliesiert wird).

Die Besetzung war erwartungsgemäß sehr gut gewählt (was gibt es da groß falsch zu machen, solange Mimí nicht 89 Jahre alt ist...), sie überzeugte jedoch wie immer mit grandioser gesanglicher und schauspielerischer Leistung. Rebecca Davis als Mimí rührte das Publikum regelmäßig durch ihre sehr gut gespielten Krankheitsleiden, währen die vier armen Künstler oft durch ihre guten Mine zum bösen Spiel auch mal die Lachmuskeln des Publikums beanspruchten.

Angeführt von Rodolfo (grandios verkörpert von dem gesundheitlich angeschlagenen Philipp Heo) versuchen die vier an Geld und partiell auch die große Liebe zu finden. Rodolfo findet diese in der (leider) totkranken Mimí und Marcello (sehr gut gespielt von Brian Davis) in der koketten, aufmüpfigen Musetta (sehr schön dargeboten von Heather Engebretson), mit der er eine schwierige An-Aus-Beziehung führt. Als es dann jedoch zu Mimí Ende kommt, stehen alle fünf zusammen, um bei ihr zu sein und ihr (vergebens) zu helfen.

Um zu einer Konklusion zu kommen, möchte ich anbringen, dass dieser Abend(wahrscheinlich auch durch meine unberechtigten Zweifel am Stück an sich) ein sehr gelungener, toller Opernabend war für den sich das Eintrittsgeld mal wieder voll und ganz gelohnt hat. Auch wenn Sie sich denken, dass sie die Bohème schon kennen und nicht mehr sehen können (wie ich), schauen Sie sich diese Inszenierung an der Staatsoper Hannover an! Sie werden überrascht sein.

Besucherfazit

Gelungene Inszenierung, kurzweiliger Abend, einfach empfehlenswert!

Bewertung

  • Fazit
  • Unterhaltung
  • Anspruch
  • Preis/Leistung
  • Atmosphäre
6 Personen fanden diese Livekritik hilfreich.
Konnte Ihnen diese Livekritik helfen?
Ja

Ähnliche Veranstaltungen in der Nähe

Zuletzt aktive Livekritiker

  • AnneW
  • Annette Finkl
  • Katja Marquardt
  • poy
  • theatermail nrw
  • Konrad Kögler @ daskulturblog
  • Julia Schell
  • CHAMÄLEON Theater GmbH
  • Iris Fitzner
  • Erzählung
  • Dresdner Kabarett Breschke und Schuch
  • Marylennyfee Schmidt
  • Napp Flaska
  • Tollwood
  • Mel Kep
  • Holger Kurtz
  • Aberabends
  • Meerfreude
  • MartinDoeringer
  • Peter Griesbeck
  • PROARTEFrankfurt

Für Freikarten und Kulturtipps

Machen Sie mit

Kultur erleben

  • Erhalten Sie Informationen zu Veranstaltungen, die Sie wirklich interessieren.
  • Austauschen mit anderen Livekritikern.
  • Gewinnen Sie Freikarten.
Jetzt kostenlos registrieren!