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Livekritik zu

LEFT BOY

10.03.2014 - 29.03.2014 | Leipzig, Hamburg, Berlin, Dortmund, ...
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Marylennyfee Schmidt
am 26.03.2014

Dienstag, 19.50 Uhr, RAW-Gelände: Statt den üblich dort ansässigen Dealern tummeln sich gefühlt hundert Teenager in einer Schlange zum Astra-Kulturhaus.

Einige mit Erlaubnisschein ihrer Erziehungsberechtigten, andere direkt mit den Eltern. Dazwischen ein paar genervte Mittzwanziger und zeitlose Hipster-Swagger.

Drinnen angekommen verläuft sich zunächst alles in den Räumen, während sich eine Sängerin mit guter Stimme um Aufmerksamkeit bemüht.

Die Eventfläche füllt sich, während sich Nixxer und der Rapper Miracle aus Kalifornien, das Mikro in die Hand geben und der Menge einheizen.

Nach einer Stunde "Vorband" ist es so weit, Left Boy und sein Homie betreten die Bühne und starten die Show mit einem "Get it right"-( oder war es " Healty Ego"?-) Remix.

Im Hintergrund der Bühne ein Screen, auf dem Silhouetten, Lichter und alles andere rhythmisch und passend zur Musik verschmelzen. Lil Waynes " A milli" lässt die Stimmung richtig hochkochen. Es folgen Mash-Ups bekannter Künstler wie Mariah Carey, Justice und nicht zuletzt Justin Bieber, dessen Refrain besorgniserregend textsicher mitgesungen wird. Irgendwann ein technischer Defekt, das heißt Lichter an, Musik aus und verständnisloses, gespanntes Verharren.

Nach einigen Minuten dann weiter mit der Teenie-Party, Left Boy macht die Ansage, lediglich drei Frauen im Leben zu haben: JLo, Kim Kardashian und Maria. Dazu im Hintergrund eine Madonnenstatue mit gefalteten Händen, die sich auf der Videoleinwand dreht und dadurch scheinbar näher kommt. Leicht blasphemisch, die Kids feierns und die Party geht weiter. Bei anderen Songs bzw. Lied-Anschnitten ( die meisten dauern lediglich zwei, drei Minuten), werden fröhlich Konfetti und sich in der Menge verlierende Toilettenpapier-Rollen verteilt. Alles visuell unterstützt durch verschiedenste Videos, die Leftboy himself wohl selbst geschnitten hat.

Etwa Froot Loops, Spiegeleier und andere Lebensmittel, die blumenähnliche Kaleidoskop-Bilder ergeben, überdimensional große Hanfblätter bei Liedern wie " Stoned" oder mystisch auf einen zuflatternde Fledermäuse passend zu " Permanent Midnight" ( zu Justice und Daft-Punk-Klängen).

Später einige 80er Jahre Songs und Lana del Rey. Das Ganze erinnert an eine bunt zusammengewürfelte Feierei: Songs, Emotionen und Effekte werden durcheinandergewürfelt und heraus kommt etwas, das eher an eine gigantische Medley-Party als an ein Konzert erinnert. Einen würdigen Abschluss findet es in dem Lied " Jack Sparrow". Spätestens beim Erklingen der heroischen Melodie toben alle, auch die nicht minderjährigen Begleitpersonen. Ein gelungenger Abend als Absacker für den Arbeitstag. Feierabendbier auf dem Konzert genießen und sich mit Mitte Zwanzig schon wahnsinnig alt vorkommen und an die eigene Jugend zurückdenken. Milde lächeln über die verschwitzten, überglücklichen Teenager die innbrünstig mitgröhlen und sich mit glasigen Augen anschauen. Nebst knutschenden gestylten Kiddies, die nach Konzertende hoffentlich ihren Eltern und nicht den Drogendealern auf dem Gelände in die Arme laufen. Passend zum Konzert kontroverse Locationwahl angesichts der Altersklasse der Zielgruppe.  - Leftboy played it right

Besucherfazit

Kunterbunte spaßige SWAG-Medleyparty die einem Teeniefilm entsprungen zu sein scheint

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