Overlay
Livekritik zu

"Ahnen..."

18.10.2013 - 19.10.2013 | Hamburg [ Mitte ] / Hamburger Sprechwerk
« zurück zur Veranstaltungsseite
Marie Golüke
am 22.10.2013

13 Männer und Frauen ab einem stolzen Alter von 63 Jahren standen am Samstag als Tänzer und Tänzerinnen auf der Bühne des Hamburger Sprechwerkes.

In der Tanzperformance AHNEN von Gabriele Gierz wird genau dieses Thema verhandelt. Unsere Ahnen. In unserer Kultur nehmen die Ahnen bzw. die Ahnenforschung nicht mehr so eine große Bedeutung ein, mal abgesehen davon, wenn es gerade mal wieder hip ist, was eigentlich sehr schade ist.

Behutsam, aber auch direkt wird das Thema hier angepackt. Die 13 Tänzer und Tänzerinnen bewegen sich für ihr Alter erstaunlich leichtfüßig über den Boden. Von Solo bis Gruppenchoreographien ist alles dabei. Immer wieder werden Tonspuren eingeblendet, in denen die Darsteller ihre Sichtweisen und Erfahrungen erzählen. Teilweise sehr berührend und ehrlich. Der Satz, der mir am deutlichsten im Hinterkopf geblieben ist: "Vielleicht war es auch gar nicht so gut, dass ich da war". Eine deutliche Dramaturgie der Tonaufnahmen war zu erkennen. Anfangs erzählen die Darsteller von ihren Ahnen und am Ende kommen sie auf sich selbst als Ahnen zurück. Ein Kreis, der sich schließt, wie das Leben.

Einigen Tänzer hat man die Freude im Gesicht angesehen, die sie beim Tanzen hatten, bei anderen war ich mir nicht so sicher, ob sie wussten was sie dort eigentlich machten. Das war das Einzige was mich an dem Abend gestört hat, die Starrheit in manchen Gesichtern der Darsteller.

Während des ganzen Stückes saß eine Darstellerin am Bühnenrand auf einem Stuhl und strickte. Sie war körperlich sehr eingeschränkt und konnte nicht mittanzen. Am Ende der Inszenierung ging sie in die Mitte der Bühne und schaffte es alleine durch ihre Ausstrahlung und einer kleinen Choreographie ihrer Hände eine Stimmung zu erzeugen, die einem tief berührte. Das war für mich der schönste Moment der Inszenierung.

Lobend zu erwähnen sind hier auch die zwei Musiker, die die ganze Inszenierung teilweise live untermalten. goodcop;goodcop; heißt die Band, die wunderbar mit dem Ensemble harmonierte.

Die Grundaussage dieses Stückes war für mich "Fragt uns! Irgendwann sind wir nicht mehr da und können euch von euren Vorfahren erzählen."

Ein wunderbarer Abend, nur die Vorrede des Mitarbeiters vom Sprechwerk hätte man sich sparen können.

Besucherfazit

Es war ein wunderbarer Abend, der zum Nachdenken an seine eigenen Ahnen einlädt.

Bewertung

  • Fazit
  • Unterhaltung
  • Anspruch
  • Preis/Leistung
  • Atmosphäre
6 Personen fanden diese Livekritik hilfreich.
Konnte Ihnen diese Livekritik helfen?
Ja

Ähnliche Veranstaltungen in der Nähe

Zuletzt aktive Livekritiker

  • Altfriedland
  • Sarah Dickel
  • Sarah Divkovic
  • Dresdner Kabarett Breschke und Schuch
  • Staatsoper im Schiller Theater
  • Frollain Wunder
  • Annette van den Bergh
  • august14979
  • Johannes Jiang
  • Daniel Anderson
  • Tollwood
  • Tanja Piel
  • ENSEMBLE RUHR
  • Luisa Mertens
  • Marie Golüke
  • Annette Finkl
  • Kunstfenster Dießen
  • nikolausstein
  • Rolf Schumann
  • Esther Barth
  • Holger Kurtz

Für Freikarten und Kulturtipps

Andere Besucher interessierte auch

Machen Sie mit

Kultur erleben

  • Erhalten Sie Informationen zu Veranstaltungen, die Sie wirklich interessieren.
  • Austauschen mit anderen Livekritikern.
  • Gewinnen Sie Freikarten.
Jetzt kostenlos registrieren!