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Livekritik zu

Die Schutzbefohlenen

12.09.2014 - 05.07.2015 | Hamburg [ Mitte ] / Thalia Theater
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kristina.ei
am 23.02.2015

Die Schutzbefohlenen von Elfriede Jelinek ist eingeladen zum Theatertreffen 2015 und das mehr als zu recht. Das Stück gibt den Stimmen der Flüchtlinge von Lampedusa, Hamburg und Berlin Raum und eine Bühne, die Menschenwürde einzufordern. In der Inszenierung Nicolas Stemanns wird die Frage aufgeworfen, was ein stellvertretendes Sprechen für Flüchtlinge durch europäische Schauspieler erwirkt.

Das Thalia Theater wird somit selbst politisch und ergreift Partei für die Flüchtlinge die unsere Stadt und ganz Europa erreichen und hier vor neue Herausforderungen gestellt werden, denen sie kaum gewachsen sind.

Die Inszenierung besticht vor allem aufgrund des digitalen Zählers im Hintergrund der Bühne, der für die Hohe Anzahl von mehr als 20 000 Menschen steht, die Europa nicht erreichen konnten und auf ihrer Flucht bereits das Leben ließen. Der Zähler steht nicht still und so steigt die Zahl im Laufe des Stückes um ca. weitere 30-50 Zähler...

Die Stimmen der Flüchtlinge sprechen von Akzeptanz und zeugen von einer Unsicherheit die unsereins sich nicht einmal annähernd vorstellen kann. Auch einigen Ortsansässigen wird eine Stimme verliehen und diese zeugen von bestehenden Vorurteilen und dem allgemeinen Stimmungskanon der Gesellschaft. Das Stück stellt diese Stimmen einander gegenüber. Es erzwingt keine Einsicht, schafft aber Aufmerksamkeit für die Widersprüchlichkeiten die vielen Flüchtlingen entgegen gebracht werden.

Die Geschichten und Erlebnisse von denen berichtet wird, berühren und beschäftigen den Zuschauer vermutlich noch weiter als nur bis zum Bahnsteig auf dem Weg nach Hause. Und das ist auch das Ziel und vor allem die Fürsprache für solche Inszenierungen. Es ist wichtig, Betroffenen nicht nur im Politischen und Medialen Raum zu geben. Insbesondere das kulturelle Leben einer Stadt lebt von der Vielfalt der Gesellschaft und wird bereichert durch das gemeinsame Erleben und Teilen von auch fremden Erlebnissen.

Dass das Stück nun eingeladen ist zum Theatertreffen 2015 zeugt von dem Willen unserer Gesellschaft, den Raum, den das Theater schafft, auch zu nutzen, um auch weltpolitische Gegebenheiten zu reflektieren und zu verarbeiten, um daraus etwas wertvolles und nachhaltiges zu schaffen.

Besucherfazit

Eine großartige Inszenierung die Theater zur Bühne weltpolitischer Gegebenheiten macht!

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