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Livekritik zu

LADYKILLERS

16.03.2013 - 31.08.2013 | Berlin / Schlosspark Theater Berlin
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kristina.ei
am 18.03.2013
Die klassiche Komödie trifft auf modernste Berichterstattung
 
London irgendwann im 20. und Berlin im 21. Jahrhundert. Passt das zusammen? Heute wird dies im Schlosspark Theater Berlin auf die Probe gestellt: Bei der Aufführung "Ladykillers", einer englischen Komödie, und dem Kulturexperiment "Digital im Theatersaal". Ich bin dabei und sitze im Theatersaal. Gleich geht es los...
Der Vorhang hebt sich, das Bühnenbild ist groß und voll. Es zeigt Erdgeschoss und ersten Stock des Hauses der Witwe Wilberforth. Einen Bühnenumbau wird es bei dieser aufwändigen Kulisse wohl kaum geben, aber Mühe hat man sich definitiv gemacht. Theater wie man es schon immer kennt und liebt.
 
Doch erst einmal der Handlung folgen...
 
Nun ist Pause und ich habe die Chance, die bisherige Handlung festzuhalten:

Bis jetzt ist eigentlich schon alles passiert: Die alte Dame Wilberforth wohnt alleine in dem großen Haus in London direkt an einem Güterbahnhof. Nur ihr Haustier Mister Gordon leistet ihr Gesellschaft. Sie sucht einen Untermieter und da kommt Professor Marcus ins Spiel. Er ist ganz begeistert von der Ruhe im Haus (die alle fünf Minuten vorbeirasenden Güterzüge sprechen ihm gar zu). Kontrolliert spastische Bewegungen und penible Aufmerksamkeit, gleichzeitig Tollpatschigkeit, verleihen seinem Charakter den Charme und Witz den er braucht. Zusammen mit seinen Freunden teilt er das Hobby der "Hausmusik" und rechtfertigt so vor der alten Dame deren Anwesenheit. In Wirklichkeit jedoch planen die Herren einen Überfall auf einen Geldtransporter. Die vier "Freunde" könnten ungleicher kaum sein: Neben Professor Marcus gehören hierzu noch ein trinkender Privatarzt, ein Gauner wie er im Buche steht und der liebenswürdige Mister Knox, der sich einem guten Stück Torte kaum entsagen kann.

 
Der Coup scheint bis jetzt geglückt und die Truppe bereits auf ihrer Flucht. Nur Mister Knox' muss sich noch von seinem "Muttchen", wie er sie liebevoll nennt, verabschieden und nun geschieht das Unglück: Der Cello-Kasten springt auf und die gute Dame entdeckt das Geld.

Und nun sind wir hier und gespannt darauf, wie es gleich weiter geht. Viel kann ja eigentlich nicht mehr passieren. Die gute Dame muss nur noch beseitigt werden, verspricht uns das Programmheft...

 
Getwittert wird viel, wirkliche Rezensionen schreiben macht während der Vorführung weniger Spaß, zum Glück gibt es die Pause und den Laptop, am Smartphone ist das ganze auch nur halb so praktisch.
 
Als schöne Krimikomödie angefangen und als schöne Krimikomödie geendet: Happy End
 
Wobei Mrs. Wilberforth hier wohl wiedersprechen würde: Die Gauner scheitern in dem Versuch die sich querstellende Dame zu beseitigen. Einer nach dem anderen landet vor einem Zug nach dem anderen. Den Messerangriff nach Mafiamanier überlebt die Witwe dank Darwins Evolutionsforschung - ja irgendwie hatte er damit wohl recht: Survival of the Fittest usw. Doch auch nachdem die Gauner verschwunden sind, aber "anstandshalber" immerhin das Geld da gelassen haben, glaubt der Kommissar der guten Mrs. Wilberforth kein Wort und rät ihr doch das Geld "hochprozentig" anzulegen, nachdem er eine leere Flasche Schnaps auf dem Wohnzimmertisch entdeckt. Erliegt die Dame des Hauses hier dem Schicksal der Alten, nicht für "voll" genommen zu werden, oder ist es ihr Glück im Unglück als "Komplizin" letzten Endes nicht aufzufliegen und mit dem Geld alleine zurück zu bleiben? Die Frage darf sich jeder selber beantworten.
 
Schöne Verstrickungen machen auch das Dilemma des Herrn Kommissar deutlich: Er darf die alte Dame Wilberforth stets nach Hause begleiten oder sich nach ihrem Befinden erkundigen, da die Gute scheinbar das ein oder andere Mal bei der Polizei verdächtige Aussagen macht, die ihre Glaubwürdigkeit mehr als untergraben. So erklärt dieser sie für vollkommen verrückt, als sie ihm ihren neuen Untermieter, den Herrn Professor für Ergoastrometrie oder etwas vergleichbar Erfundenem aus Cambridge, vorstellen möchte, dieser jedoch seinen Tee gerne unter dem Bett zu sich nimmt und im Nachhinein für den Raub verantwortlich sein soll, nun aber die Witwe Wilberforth mit dem Geld alleine zurückgelassen haben soll. So strotzen alle Charaktere nur so vor Klischee, was dem Stück aber keinen Abriss tut.

Besucherfazit

...erfüllt was es verspricht! Eine amüsante klassische Komödie mit Charme.

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