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Livekritik zu

4 REAL & TRUE 2 Wim Wenders. Landschaften. Photographien.

18.04.2015 - 16.08.2015 | Düsseldorf / Stiftung museum kunst palast
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Katja Marquardt
am 13.05.2015

Der Bahnhof von Fukushima, eine staubige Straße in West-Australien, ein rostiges Riesenrad auf einer kargen Wiese in Armenien. Die Fotografien von Wim Wenders dokumentieren seine weltweiten Reisen zu monumentalen, verlassenen, skurrilen oder historisch aufgeladenen Orten.

Anlässlich des siebzigsten Geburtstags des Regisseurs zeigt das Düsseldorfer Museum Kunstpalast mit der Ausstellung „4 Real & True 2“ größtenteils Farbfotografien aus fünf Jahrzehnten. Als Fotograf war Wim Wenders einem breiten Publikum bislang unbekannt. Dennoch ist das Museum an einem Dienstagvormittag gut besucht. Klar, der Name des bekannten Regisseurs zieht. Fraglich ist, ob die Ausstellung auch ohne den großen Namen so viel Aufsehen erregen würde.

Palermo, Kuba, Texas: Die Aufnahmeorte zahlreicher Bilder lassen sofort an bekannte Wenders-Filme denken. Obwohl sicher viele Aufnahmen während Dreharbeiten entstanden, will der Regisseur sein fotografisches Werk unabhängig von seinem filmischen verstanden wissen.

Der gebürtige Düsseldorfer fotografiert stets analog, ohne Stativ und Kunstlicht. Die Aufnahmen beeindrucken durch ihre gestochenen Farben, durch ihre Tiefe und Weite. Die großformatigen Aufnahmen imponieren schon allein durch ihre Maße: Panorama- Querformate von bis zu 1,80 auf 4,50 m.

In einem Raum hängen Fotografien, die Wenders in Fukushima aufgenommen hat: Die Bilder wirken unscharf, grobkörnig. Die unsichtbare radioaktive Strahlung hat die Filme zerstört und eine rötliche Sinuskurve in die Bilder gefressen. Beeindruckend auch ein dunkler Raum mit drei riesigen, sehr detailreichen Aufnahmen, die im November 2001 am Ground Zero in New York entstanden. Andere Bilder zeigen opulente Landschaften in den USA, Deutschland oder Israel. Auf den wenigsten Bildern sind Menschen zu sehen, das lässt sie eine gewisse Melancholie ausstrahlen.

Schon der Titel der Ausstellung „4 Real & True 2“ macht die dokumentarische Einstellung des Regisseurs zum Medium Foto deutlich: „Was mich an einer Photographie interessiert, ist einzig und allein, dass sie mir etwas zeigt, was es gibt, dass ich in ihr nicht mehr und nicht weniger sehe als: Das gibt es also.“ Andere Bilder hingegen wirken wohlkomponiert, wie gemalt. Wenders fühlte sich beim Fotografieren in Szenen der Maler Edward Hopper oder Andrew Wyeth versetzt, entnehmen wir den Bildtiteln und dem mitunter sehr poetischen Begleittext. 

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Hier kann man sich verlieren zwischen Poesie und Wirklichkeit

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Titel: 
4 Real & True 2: Wim Wenders. Landschaften. Photographien
Ort: 
Museum Kunstpalast, Düsseldorf
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Zeitraum: 
18.04. - 16.08.2015

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