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Livekritik zu

Tosca

09.01.2013 - 09.03.2013 | Berlin [ Charlottenburg ] / Deutsche Oper Berlin
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Frollainwunder
am 01.11.2017

frollainwunder und herr puccini. eine liebe für die opern-ewigkeit. mein zutiefst romantisches herz (hinter der berliner klappe) schlug besonders heftig bei der inszenierung von „tosca“ in der deutschen oper. diese tosca hatte ihre premiere 1969, 45 jahre nach puccinis tod und 5 jahre vor frollainwunders geburt. dass diese inszenierung noch immer gezeigt wird ist eine göttliche gnade, denn sie ist einfach nur berauschend schön. edel, klassisch, venezianisch, stimmig und stimmungsvoll, opulent authentisch. und so nostalgisch. nostalgie sei die wurzel der romantik.
in drei akten entblättert sich das drama um vollblütlerin tosca, ihrem charmantem mario (cavaradossi) und dem machtberauschten polizeichef scarpia. dieser spinnt hinterhältig und eigennützig seine fiesen fäden und toscas wehr-mut wird zu wehmut und tiefer trauer. in drei akten geht es um liebe, macht und leid. die ukrainerin liudmyla monastyrska interpretierte im herbst 2017 die titelheldin als kesses barockes weib mit eigensinn und stürmischem herzen. ihr sopran überwältigte in seiner kraft und lieblichkeit. stolzierend erfüllte sie den saal der oper mit ihrer stimme so feminin und federleicht. jorge de leon als ihr geliebter berauschte mit seinem unglaublichen bilderbuch-tenor. arien zum niederknien!
der serbische bariton zeljko lucic war als finsterer gegenspieler scarpia in format und stimme absolut glaubwürdig und diabolisch ausdrucksstark besetzt. das bühnenbild entführt den tosca-fan ins rom von 1800. detailgetreu, atmosphärisch, sepia-farben, verstuckt und klerikal gesetzt. im ersten akt beginnt die geschichte im offenen innern einer kirche, eine steinerne madonnenstatue ragt abgewandt zum anbeten bis zur hohen decke. im zweiten akt schreitet scarpia durch seine komfortable dienststätte, und im dritten sehen wir die sonne roms langsam im nebel aufgehen, beim blick über die todbringende engelsburg.
diese inszenierung hat alles, was frollainwunder jemals von einer oper erträumt hat. möge puccini in seiner engelsburg nur wissen, dass 45 jahre nach seinem tod sein werk ein umwerfendes denkmal bekommen hat. und immer noch die unsterblichen romantiker in die deutsche oper pilgern um sich berauschen zu lassen.

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tosca, die unsterblich schönste seit 1969

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