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Livekritik zu

Tiger Girl

01.05.2017 | Berlin / Kinofilm
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Frollainwunder
am 04.05.2017

berlin eine stadt für echte tigerinnen? eine total grenzenlose stadt? die dunkelhaarige sprödsinnliche ella rumpf ist tiger, und streift konzentriert aber angriffslustig und nach eigenen regeln durch die kleinen und großen straßen. ihrer inneren tiger-girl-gerechtigkeit folgend nimmt sie sich schroff, was sie braucht. nach der jagd ist vor der jagd und dazwischen ist ein alter wohnwagen ihr chaotisches zuhause oder sie schmiegt sich kratzbürstig an ihre beiden punkerseligen jungs auf dem dachboden eines wohnhauses, undercover, undercommunity. eines tages entdeckt sie auf ihren streifzügen maggie (maria dragus), die ist so blond und scheu und unsicher. und tigers gegenentwurf, den sie seelisch adoptiert. als maggie in der u-bahnstation sexuell belästigt wird, ist tiger für sie da und es baut sich in beiden die wut auf, die es braucht, um der bedrohlichen situation zu entkommen. maggie schlägt zum ersten mal zu - mit einem baseballschläger. und leckt böses blut. sie folgt der unkonventionellen tiger und gerät in deren leidenschaftlichen bann. übermut, machtrausch, größenwahn, regeln brechen, tage brechen, nächte brechen. maggie (vanilla) riskiert mit ihrer neu erwachten widerspenstigkeit die ausbildung bei einer strammen securityfirma und es ist ihr irgendwann scheißegal. und so schlüpfen die zwei rabiaten girls mit herz und schnauze in die uniformen und beklauen die stadt, zählen passanten an, zerstören und wüten und fühlen sich für einen moment unsterblich. doch tiger ist kontrollierter und trotz aller unbezähmbarkeit vernünftiger als vanilla. und so wird es bitter. das herz der frechen freundschaft schlägt eines tages nur noch in krämpfen, sie verlieren sich an die klaren konsequenzen der gesellschaft. die polizei beendet schließlich dominant den trip der wildfänge. ella rumpf und maria dragus sind atmosphärisch besetzt und schnoddern sich ungekünstelt im checkerinnen-flow durch die wilde story, der film atmet berlin ein und aus, die nebenrollen wirken so echt, wie es geht, der soundtrack ist rotzig. 90 minuten anarchie-spirale, die nur den trip zeigt, aber kein hin und kein weg.
„tiger girl“ provoziert, aber lässt den zuschauer auch sein eigenes wertesystem scannen. im kino ist alles möglich, draußen schon nicht mehr.

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tiger und vanilla und ihre sehnsucht nach der grenzenlosigkeit

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