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Livekritik zu

Revanche - Ein Mord für zwei

02.03.2017 - 16.05.2017 | Berlin [ Friedrichshain ] / Berliner Kriminal Theater
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Frollainwunder
am 03.04.2017

im knuffigen kriminaltheater (mit dem knuffigen service) macht es peng. pengpengpeng. platzpatronen knallen uns um die ohren. in den schmalen reihen wird gezuckt und auch gemurrt. soeben erschoss der markige silvio hildebrandt in seiner rolle als andrew wyke den konkurrenten milo tindle (sebastian freigang). pause – und die frage, ist er jetzt tot? das neueste kniffelstück vom kernigen intendanten wolfgang rumpf heißt „revanche – ein mord für zwei“ und bezieht sich auf die vorlage „sleuth“ (schnüffler) vom englischen erfolgsautor anthony shaffer. der krimi-schinken wurde 1969 in england aufgeführt und auch verfilmt. regie-bär wolfgang rumpf hat sein fach gelernt an der ernst-busch und wechselte später zum kabarett „kneifzange“. seit 2000 ist er „kriminaloberkommissar“ nahe der weberwiese und bietet den berlinern und touristen seine versionen von spannung, mord und totschlag an. rumpf geht gern mit der kneifzange an das rollenspiel heran. glatzkopf silvio hildebrandt musste sich als andrew eine fusselige halblang-perücke aufsetzen und das ist zu bedauern. mimisch merkt man ihm seine erfahrung an, jeder satz sitzt akkurat. hildebrandts kiefer malmen angespannt. er verkauft wyke als aufbrausenden eitlen grundbesitzergockel, der offenbar unbedingt zu seinen horizontalen fähigkeiten auskunft erteilen möchte. sebastian freigang ist der smarte fast mittellose gegenspieler, der sich mit dem gatten seiner anspruchsvollen geliebten ein testosteronlastiges dauerduell liefert. die anspruchsvolle gattin stolziert final kurz auf die bühnenbretter um den schneeweißen pelzmantel zu öffnen und ihre nackten brüsten zu zeigen. und markiert damit den aufgesetzten ausgang der geschichte. das hin und her bis zu diesem doppelten ausrufzeichen ist geprägt von verwirrenden dialogen, die gern deftig werden (wir lauschen abgehalfterten wortwelten wie „ficken“, „scheiße“, „schlappschwanz“) und ab und zu ins absurde driften, ins plakative. als der schnüffler im zweiten teil rumschlurft betrachtet man vor allem die schlechte maske und die künstliche wampe unterm klischee-trenchcoat (und warum muss eigentlich mal wieder geraucht werden?) die zwei stunden krimi reloaded in popart-bunter kulisse bieten solide unterhaltung, eine etwas steife regie, die aber gern aufregen möchte, zwei darsteller, die sich stabil durch den geschichtsreigen spielen. und die übliche verwirrung.

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