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Livekritik zu

LADYKILLERS

16.03.2013 - 31.08.2013 | Berlin / Schlosspark Theater Berlin
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familie.behrendt
am 18.03.2013

Ausgerechnet im Schloßpark Theater, dem Wrangelschloss in Steglitz, 'Ladykillers' zu inszenieren hat allein schon etwas komisches, wurde doch genau auf der gegenüberliegenden Straßenseite erst vor zwei Monaten eine Filiale der Volksbank über einen Tunnel fachmännisch und raffiniert ausgeräumt. Doch wer annahm, es könnte einen Zusammenhang zwischen diesem Clou und den Proben zum Stück geben, der irrt. Nicht im Keller, so wie im gleichnamigen Filmklassiker, spielen sich die Szenen des Stückes ab, sondern im ersten Stock und Parterre eines sehr heimelig eingerichteten Hauses direkt an einer sehr regelmäßig befahrenen Bahnstrecke.

Und schon sind wir mittendrin. Kaum geht das Licht im Saal aus, nimmt die Bühne uns mit in ein zeitloses englisches Herrenhaus mit kleinbürgerlichem Charme. Bewohnt wird es von der sehr liebenswürdigen, wenn auch vielleicht altersgemäß spleenigen Mrs. Wilberforth, gespielt von der wunderbaren Ingeborg Krabbe, die übrigens im Sommer stolze 82 Jahre alt wird. Und so über die vielen Jahre seit dem Tod ihres Ehemanns allein gelassen, erscheint die Dame nicht nur erfreut sondern geradezu aufblühend, als der schrullige Professor Marcus auf ein Inserat reagiert und das Dachzimmer der alten Dame anmieten möchte. Da stört es sie ganz und gar nicht, dass der Professor seine vermeintlichen Freunde zum klassischen Geigenspiel einladen möchte. Doch natürlich gilt sein Interesse weniger der Musik, aber das an anderer Stelle.

So liebenswert wie Mrs. Wilberforth erscheint, würde man ihr jeden Fehler und jeden Makel verzeihen. Bei den anderen Figuren des Stückes fällt das schwerer. Der Doktor, der Cellist, vielleicht auch noch der Police Officer konnten unsere Sympathien gewinnen, doch die anderen Figuren wie die eigentlich nur wöchentlich auftauchenden Skatfreundinnen, spielten sich in die Sphären des Theaterklamauks. Wie wir beobachten konnten, erfüllten sie damit genau die Erwartungen des Großteils des Publikums. So bestand dieses dem Schein nach zum einen Teil aus gut über 60jähriger Stammkundschaft und zum anderen Teil aus den unter 30jährigen Livekritikern. Dazwischen gab es nicht viel. Und so war man immer wieder überrascht, auf welche Anekdoten doch andere Generationen begeistert reagierten, währenddessen man sich an der einen oder anderen Stelle doch höchstens ein müderes Lächeln erlaubte.

Doch wer unterhalten werden möchte und nicht allzu viel Gedanken an die Story verlieren möchte, war hier gut aufgehoben. So wurde die Story insbesondere im zweiten Akt nach der Pause recht flüssig und ohne inhaltliche Verzögerungen abgespielt, bis alle Bösewichte sich schließlich einander "entledigt" hatten und Mrs. Wilberforth wieder in ihr altes gewohntes Leben zurückkehren konnte.

Und so verließ man das Theater, kehrte auch wieder in sein altes Leben zurück und wird sicher auch bald wieder vergessen haben, was am heutigen Abend passierte. Abgesehen davon, dass man nun noch überzeugter ist, dass Ingeborg Krabbe nach wie vor brilliant ist!

 

Vielen Dank!

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Unterhaltsam, allerdings mit wenig Tiefgang.

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