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Livekritik zu

Christoph Schmidtke - Der zerfallene Engel

22.06.2013 - 23.01.2014 | Berlin [ Prenzlauer Berg ], Berlin [ Schöneberg ], Köln [ Innenstadt ]
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Ernst Derlage
am 10.10.2013

Um es gleich vorweg zu nehmen: Wer hemdsärmelige Schenkelklopfer erwartet, der ist bei Christoph Schmidtke an der falschen Adresse.

Der zerfallene Engel betritt die Bühne und sprüht vor Gutelaune. Die überträgt sich in Windeseile auf das Publikum, das sich dann auch alsbald ermutig fühlt, den ein oder anderen Kommentar in Richtung Komiker zu rufen. Kein Problem für Schmidtke - denn der verwandelt jede Vorlage spontan in die nächste Pointe ohne dabei jemals seinen roten Faden zu verlieren. Da stimmt es dann auch nicht ängstlich, dass Christoph Schmidtke schon sehr früh deutlich macht, dass sein Gutelaune-Zäpfchen locker zwölf Stunden vorhält und das Publikum auch nicht früher gehen darf.

So wird dieser Abend eine kurzweilige Melange aus geistreichem Stand-Up und schrägen Typen, die Christoph Schmidtke in unterschiedlichsten Rollen darstellt. Wir lernen den kleinen dicken König kennen und erfahren, warum dieser keine richtige Arbeit findet. Wir werden Zeuge einer bissigen Konversation zwischen einer jungen Mutter und einem merkwürdigen Fremden auf dem Kinderspielplatz und wir erleben den Jakub, der von Außerirdischen entführt wurde und dann inklusive dem Restmüll aus dem Raumschiff wieder auf der Erde abgeladen wird. In kleinen Gesangseinlagen erzählt Schmidtke von einer echten Fee, die ihm im Traum erschien und von einem einsamen Nachtspaziergang durch die Stadt.

Hat sich der Komiker erst so richtig warm gespielt, braucht er natürlich eine Erfrischung. Schmidtke hat dafür eigens einen Eimer Wasser auf der Bühne, in den er zwischendurch seinen Kopf versenkt, um anschließend triefnass weiter zu spielen.

Schmidtkes Figuren und Geschichten machen durchweg Spaß. Nie hat man das Gefühl, der Abend könne in Klamauk abdriften oder langatmig werden. Und so ist man sogar ein wenig traurig, wenn nach rund einer Stunde und vierzig Minuten (die Pause nicht eingerechnet) die Wirkung des Gutelaune-Zäpfchens dann doch ihrem Ende zugeht - oder aus irgendeinem anderen Grund die Lichter den Zuschaurraum erhellen. 

Immerhin kann man sich ein Stückchen Christoph Schmidtke in Gestalt seiner CD mit nach Hause nehmen und somit die Zeit bis zum nächsten Gastspiel ganz gut überbrücken.

Besucherfazit

Es gibt tatsächlich noch einen Komiker! Ein wahrer Lichtblick.

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Medien von Ernst Derlage

Christoph Schmidtke als Der kleine dicke König
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