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Livekritik zu

Theater ohne Probe: Im Sinne von Brecht

14.04.2015 | Berlin [ Prenzlauer Berg ] / Brotfabrik (Bühne)
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Elisabeth Lehmann
am 21.05.2015

Als ich mich entschied ins "Theater ohne Probe - im Sinne von Brecht" zu gehen, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Menschen, die einfach unkoordiniert über die Bühne stolpern? Ein bunt zusammengemixter Abend aus Brecht-Szenen? Ich war skeptisch, ließ mich aber überraschen.

Und die Überraschung war positiv. Was ich erlebte, war ein Theaterstück, welches es so noch nie gegeben hatte. Es war politisch, es war kritisch, es war satirisch und es war im Sinne Brechts.

Die sechs Darsteller des Ensembles suchten zunächst den Kontakt mit dem Publikum und erklärten die "Regeln". Im vorderen Bereich der Bühne, abgetrennt durch eine sichtbare Linie agierten die Schauspieler mit dem Publikum und suchten den Austausch. Hinter der Linie spielte das Stück.

Zunächst galt es ein Thema zu finden. Aufgrund der Nähe und der Enge des Raumes kam schnell ein Zwiegespräch zwischen Publikum und Schauspielern zustande. Durch Fragen und Zwischenrufe entstand ein Geflecht von Gedanken, aus Alltäglichem, Tagesaktuellem und Historischem. Das Stück entstand dann aus Schlüsselworten wie Günther Grass, Journalismus, Medien, Entwicklung und einigen mehr.

Im nächsten Augenblick gingen die Schauspieler auf die Bühne und liefen bunt durcheinander. Wer vorn war, blieb stehen und sagte ein Stichwort zum Thema. So einigte man sich ohne Große Worte auf das, was man gleich gemeinsam auf die Bühne bringen würde.

Das Ergebnis war ein Stück, welches sich kritisch mit der Entwicklung des Journalismus im 20. und 21. Jahrhundert befasste. Dabei begeisterten die Schauspieler durch überaus vielfältiges Hintergrund wissen. Aber auch die Ehrlichkeit kam gut an. Ab und zu trat ein Darsteller vor die weiße Linie und suchte mit Fragen oder Anmerkungen den Kontakt zum Publikum. Man konnte dem Stück wunderbar folgen, es war spannend und witzig. Man bekam das Gefühl, dass dieses Stück so schon hunderte Male gelaufen war. Es wurde sogar gesungen, auch das passierte spontan. Außerdem wechselten die Schauspieler je nach Rolle auch kleine Accessoires an ihren Outfits, sodass man den Szenenwechsel gut nachvollziehen konnte und Charaktere wiedererkannte.

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Theater ohne Probe - besser als manches geprobte Stück.

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