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Livekritik zu

Live-Hörspiel „Max und das Geheimnis des Wurzelmagiers“

23.06.2013 | Berlin [ Prenzlauer Berg ] / Theater o.N.
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Daniel Anderson
am 05.07.2013

Livehörspiel im Theater "o.N.", Berlin

Im "Theater o.N." (Theater ohne Namen) in der Kollwitzstraße 53 stellte am 23.06. der Autor und Sprecher Dirk Petrick sein Projekt "Max und das Geheimnis des Wurzelmagiers" als Livehörspiel vor.

Die im Buchverlag Kempen (BVK) erschienene Geschichte des neunjährigen Max, der von der Trollfee Risa entführt wird und dessen Großvater, der Wurzelmagier, alle (Fantasie-)Hebel in Bewegung setzt, um seinen Enkel zuretten, ist ein Plädoyer für die Fantasie, ohne die die Welt, so wie Kinder sie erkennen lernen und erleben, leer und öde ist. Die Variation auf das Thema des Plotklassikers "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie man spannende Geschichten pädagogisch erzählt, ohne dabei den Zeigefinger zu heben. Nicht umsonst ist das Buch in einem, im weitesten Sinne zu nennenden Schulbuchverlag erschienen. Dirk Petrick macht das sehr geschickt, indem er ein luftiges Netz aus kindlicher Erfahrungswelt und verschiedenen Perspektiven seiner Helden webt. Das kann sogar Erwachsenen Spaß machen.

Das Livehörspiel, dessen komplette Fassung ebenfalls im BVK auf CD erschienen ist, fand vor einem fast vollen Haus statt. Die anwesenden vier der fünf Sprecher, vermochten zu der Matinee eine Stimmung zu erzeugen, die das Publikum sofort gefangen nahm. Den arrivierten Sprecher und Schauspielkollegen Petricks bereitete es sichtlich Spaß sich selbst und die Zuschauer in eine fremde und gleichzeitig doch nicht so fremde Welt zu entführen. Man war mit dem Held Max (Luisa Wietzorek) unterwegs in dessen Kinderzimmer und der Höhle der Trollfee Risa (Maria Kaschny), erlebte die schüchterne Schlunzel (Tanja Schmitz) und den Großvater (Rainer Gerlach), der sich mit der Mutter von Max auf die Suche nach dem verschwundenen Enkel macht. Es war ein großes Vergnügen, die Sprecher/Schauspieler, die mit ihren Stimmen die Figuren überaus lebendig werden ließen, bei ihrer Arbeit zu beobachten, und dies macht auch den Mehrwert solcher Livehörspiele aus. Das, was sonst abgeschottet im Tonstudio passiert, wird hier auf vergnügliche Art und Weise sichtbar gemacht. Fotos und Musikeinspieler, sowie Andeutungen von Kostümen belebten die Szenerie. Dirk Petrick selbst kam als Elf verkleidet daher. Schon vor dem Theater begrüßte er in seiner Rolle die Zuschauer und stimmte auf das, was gleich zu erleben war, auf lustige und teils auch selbstironische Art ein. Er führte launig und unangestrengt durch die 50 Minuten dauernde Vorstellung. Die Erfahrung, die Petrick in zahlreichen Lesungen seiner Geschichten in ganz Deutschland sammeln konnte, waren dabei sicherlich sehr hilfreich. Der Autor vermochte es, sich schnell auf die Reaktionen des Publikums einzustellen, das leider mehr Erwachsene zählte als Kinder. Vielleicht ein Indiz dafür, dass diese Art von Präsentationen auch ein erwachsenes Publikum zu erreichen vermag. Tatsächlich kann man sich eine Theaterfassung der Geschichte nur wünschen, um Max und seinen Abenteuern eine noch größere Öffentlichkeit zu ermöglichen.

Wie vom Autor zu erfahren war, wird das Projekt bereits im Herbst eine Fortsetzung erleben, wenn der zweite Band der Trilogie ebenfalls im BVK erscheint.

Weitere Vorstellungen auf Anfrage:

www.dirkpetrick.de

www.buchverlagkempen.de

www.theater-on.com

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Die Rolle der Trollfee Risa las MARIA Koschny - irrtümlich im Text als 'Marita' Ich bitte um Entschuldigung.

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von der Redaktion übernommen.

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