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Livekritik zu

Nachtkonzert 2: One Touch of Genius!

16.09.2012 - 23.11.2018 | Berlin / Komische Oper Berlin
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august14979
am 28.10.2013

Die Komische Oper barockt wieder. Diesmal sind es aber nicht alle drei Opern von Monteverdi, wie zur Premiere. Heute gibt sich „Orpheus“ die Ehre, eine Inszenierung von Barry Kosky, die zu einem grandiosen Erfolg wurde. Zu Recht?

Die Bühne wurde zu einem riesigen Märchenwald umgestaltet, der durch unterschiedliche Ausleuchtung von traumhaft bis bedrohlich wechselt. Die ersten Sesselreihen mussten einer Umrahmung des Orchestergrabens weichen, damit die Akteure – bocksähnliche Faune, barbusige Elfen und andere Fabelwesen, zeitweilig dichter ans Publikum heranrücken können. Zum Ensemble gehört auch ein magischer Puppenspieler, immer wieder neben den Hauptfiguren oder im Chor auftauchend, der mit seiner Figur die Gemütsverfassungen von Orpheus oder Eurydike zum Ausdruck bringt. Komplettiert wird der Opernabend durch eine erkleckliche Anzahl ausgezeichneter Tänzer. Das Orchester bringt sich zum Teil im 1. Rang rechts sowie links in Stellung und wird unterstützt durch für die Oper ungewöhnliche Instrumente wie Akkordeon, Bandoneon, Cimbalom und Djoze. Das zaubert zuweilen eine asiatisch anmutende, geheimnisvolle Stimmung, die zum Sujet durchaus passt.

Dominik Köninger als Orpheus beeindruckt mit seiner schönen Baritonstimme, aber auch mit seiner tänzerischen und anderen Aktionen, die einige Kräfte erfordern. Eurydike (Mirka Wagner) steht ihm stimmlich in nichts nach, während man sich die beiden Bässe (Alexey Antonov als Pluto und Stefan Sevenich als Charon) etwas kräftiger wünschte. Immer präsent, so wollten es Komponist und Librettist, ist Gott Amor, der - im übertragenen Sinne – das Publikum „durchs Programm führt“. Der hauseigene Tenor Peter Renz meistert diese Rolle vorzüglich, und obwohl an diesem Abend wegen eines grippalen Infekts indisponiert, war ihm dieses Handicap nicht anzumerken. Auch der Chor macht seine Sache tadellos.

Am Ende der zweiten Stunde schubst Gott Amor den trauernden Orpheus in den Fluss Styx. Der versinkt in den Fluten und ist somit im Hades mit seiner geliebten Eurydike wieder vereint. Donnernder Applaus für alle Beteiligten ist der Lohn für eine prächtige Inszenierung.

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Ein barockes Meisterstück

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