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Livekritik zu

Alle da!

03.10.2015 - 08.07.2016 | Berlin [ Prenzlauer Berg ] / ATZE Musiktheater
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august14979
am 25.04.2016

Es beginnt mit zwei Astronauten, die aus ihrer Raumstation ISS auf den Blauen Planeten schauen – auf die zahllosen Kriegsherde des Planeten und die dünner werdende Atmosphäre.

In einer Inszenierung „für alle ab 10 Jahre“ lässt die Regisseurin Göksen Güntel in einer Art Bilderbogen all das Elend dieser Erde vor uns Revue passieren: den Krieg („ich bin da. Ich bin ein Arsch, aber ich bin da“), die Flucht („Endlos laufen laufen laufen“) und zum Schluss, fast vergessen, die Empathie („Ich fühle mich manchmal ziemlich vernachlässigt“). Grundmuster des Stückes ist das Buch von Anja Tuckermann. Verarbeitet wurden aber auch Texte aus einem Interview mit dem Astronauten Alexander Gerst oder von Martin Luther King. Es geht dabei nicht nur darum, unzähliges Leid auf dieser Welt auf die Bühne zu bringen. Es gilt auch, den Menschen die Angst voreinander zu nehmen, denn das ist der Hauptgrund für kriegerische Auseinandersetzungen. Keine Angst vor dem haben, der anders ist als ich, keine Vorurteile hegen, den anderen respektieren, miteinander reden.

Der Studiosaal ist gut besucht. Und nach 60 Minuten gibt es (gerade von den jungen Zuschauern) trampelnden Applaus. Hat das ernste Thema die Kinder überfordert? Um das herauszufinden, nehmen sich die drei Darsteller (Moritz Ross, Dela Dabulamanzi und Attila Oener) die Zeit zur Zwiesprache mit den Kids. Was hat euch gefallen? Was hat euch nicht gefallen? Müssen wir etwas verändern? Wie sind eure eigenen Erfahrungen in der Schule? Hattet ihr Begegnung mit Flüchtlingen? Wie sieht’s bei euch in der Schule mit Willkommens-Klassen aus? Das Gesprächsangebot wird rege angenommen, und aus den vielen Fragen wird deutlich, dass Kinder viel weniger Berührungsängste gegenüber dem Fremden kennen als die Großen, auch vieles im täglichen Miteinander gänzlich entspannt und unkompliziert sehen.

Es könnte nicht schaden, wenn mehr Schulklassen als bisher sich dieses Stück im Atze Musiktheater ansehen würden. Auch Fremdenhassern und Pegida-Mitläufern empfohlen, aber die würden wahrscheinlich eh nicht hingehen. Wer lässt schon gern an seinem hart erarbeiteten Weltbild rütteln.

Besucherfazit

Lehrreiches über den Reichtum kultureller Vielfalt.

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