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Livekritik zu

AFFÄRE SPITTELMARKT

18.03.2016 - 30.04.2016 | Berlin [ Mitte ] / Theater im Palais
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august14979
am 20.03.2016

Das kleine, feine Theater im Palais feiert 25jähriges, und das muss entsprechend gefeiert werden. Also hat man sich (zur Feier des Tages) des Komödiantischen erinnert und ein Stück von Eugène Labiche entdeckt, das besagter Dichter als „Affäre Rue de Lourcine“ ersonnen und als trefflichen Schwank auf die Bühne gebracht hat. Damals nannte man dies noch Vaudeville, was eine Mischung aus frech-lustigem Sprechtheater mit musikalischen Einsprengseln kennzeichnete. Regisseur Philippe Besson hat das Spektakel sinnigerweise in die Mitte Berlins, an den Spittelmarkt nämlich, verlegt. Karikiert wird das zu Reichtum gekommene Bürgertum im Berlin der Gründerjahre, das sich in der neuen Rolle als „bessere Herrschaften“ noch finden muss.

Inhalt: Der Herr des Hauses wacht nach nächtlicher Sause, von der sein Eheweib noch nichts ahnt, mit gewaltigem Kopfschmerz auf und bemerkt entsetzt, dass er seine Lagerstatt unwissentlich mit einem einstigen Schulkameraden geteilt hat. Beide waren auf einem Treffen ehemaliger Klosterschüler, haben allerlei angerichtet, aber jegliches Erinnern daran eingebüßt. Im weiteren Verlauf dreht sich alles um einen vermissten Regenschirm (mit einem Affenkopf als Knauf), ein offenbar damit erschlagenes Kohlenmädchen, um einen einzelnen Damenschuh sowie ein Häubchen, Beweisstücke also, die unbedingt beseitigt werden müssen – und um den plötzlich auftauchenden Willi, Luises Bruder, der sich als schwatzhafter Belastungszeuge herausstellt.

Ute Falkenau begleitet gekonnt per Klavier die eingestreuten Couplets. Das wohlbekannte Ensemble – Gabriele Streichhahn, Jens-Uwe Bogadtke, Carl Martin Spengler – sorgen für die schwankhafte Stimmung. Matthias Hörnke als Gast verkörpert  den herumtapernden Diener Justus und den finanzschwachen Schwager Willi. Das ist recht amüsant, bringt durchaus die Lachmuskeln zum Zucken und vermag, knappe 90 Minuten zu unterhalten. Das Theater im Palais ist eben nicht nur fürs Literarische zuständig – und sagt zum 25jährigen Bestehen: Wir können auch komisch!

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Ein vergnüglicher Krimischwank aus dem alten Berlin

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