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Livekritik zu

Fehler im System

06.03.2017 - 04.06.2017 | Berlin / Schlosspark Theater Berlin
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august14979
am 11.05.2017

„Ich bin Oliver-vier-Punkt-null.“ Vor drei Jahren hat sich Emma (Jasmin Wagner) einen Roboter als Haushaltshilfe bestellt, und jetzt, da er fertig gestellt und ausgeliefert ist, sieht er genauso aus wie ihr Ex, den sie gerade aus der gemeinsamen Wohnung geworfen hat. Er kann putzen, kochen (mit über 7000 programmierten internationalen Rezepten) – und er ist lernfähig. Der Haken an seiner Lernfähigkeit: er entwickelt Gefühle für Emma, und somit verlebt Emma erstmals (mit einem Roboter!) eine stürmische Liebesnacht. „Oliver 4.0“ (Tommaso Cacciapuoti) gleicht also nur äußerlich dem Verflossenen. Die Robot-Version ist handzahm, fleißig und auf stete Aufmerksamkeit programmiert. Papa (Jürgen Tarrach), der sich gerade als Frau geschlechtsumwandeln lässt, jetzt also statt Leo „Lea“ heißt, ist von Oliver 4.0 hin- und hergerissen. Wenn nun der Servicemitarbeiter des Herstellers für KI, d.h. Künstliche Intelligenz, Chris (Guido Hammesfahr) auftaucht und ihn wieder zwecks Überprüfung mitnehmen will, muss der Humanoide vom Papa sowie von Emma gut versteckt werden. Aber darf ein Roboter Liebesgefühle entwickeln? Oder ist das ein Fehler im System?

Dank einer ausgezeichneten Besetzung aller Rollen wird der Theaterabend zum reinen Vergnügen. Wenn auch das Thema (Wird der Mensch noch die Kontrolle über die technologische Entwicklung behalten?) durchaus zum Nachdenken anregt. Tommaso Cacciapuoti mimt natürlich den Oliver 4.0 ebenso wie den echten Oliver, und er macht das ganz hervorragend. Jürgen Tarrach, mit allen Accessoires einer Dame von Welt einschließlich Perlenkette versehen, gibt den hinreißend über die Bühne wuselnden Papa, wird dann allerdings vom zudringlichen Serviceknabe Chris zur Runderneuerung abgeschleppt, weil der ihn auch für eine „Maschine“ hält. Bei näherem Hinsehen allerdings ist Lea für ihn nur Billigware aus China.

Futuristische Projektionen im Hintergrund runden das Ganze perfekt ab. Folke Braband hat pointenreiche Dialoge zu Papier gebracht und sein eigenes Werk bestens inszeniert. Der Abend beweist: Boulevard muss nicht platt sein.

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