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Livekritik zu

La Traviata

20.10.2013 - 27.04.2014 | Berlin [ Charlottenburg ] / Deutsche Oper Berlin
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august14979
am 01.05.2017

Erstaunlich, wie lange sich Inszenierungen auf dem Spielplan halten können. Götz Friedrichs La Traviata gibt es an der Deutschen Oper schon seit 1999, und sie wirkt immer noch überraschend frisch.

Ein hoher, holzverkleideter Raum mit hohen Türen und Fenstern und eine Violetta „in rotem Gewand“, das genügt, um die La Traviata-Grundstimmung zu erzeugen. Mit dem Trinklied im ersten Akt ist der Zuschauer „drin“ im Geschehen. Die Story des gefallenen Mädchens bietet wenig aufregendes, außer, dass sie am Ende von der Schwindsucht dahingerafft wird. Der Versuch von Alfredos Vater, Sohn Alfred auf den Pfad der Tugend und ins heimische Landgut zurückzulocken, um dort standesgemäß zu ehelichen, muss natürlich scheitern. Obwohl doch Violetta zunächst einwilligt, vom Geliebten fürderhin die Finger zu lassen. Am Kranken-und Sterbebett aber, allseits vereint, reut den Herrn Papa sein Tun und er sieht in Violetta nunmehr den edlen Kern.

Man erinnert sich ja immer wieder gern an das damalige Traumpaar der Opernbühne (Netrebko-Villazon) bei den Salzburger Festspielen und die legendär genannte Aufführung. Mit derartigen Hochkarätern kann das Haus an der Bismarckstraße heute Abend nicht glänzen. Aber mit der Italienerin Patrizia Ciofi kann man trotzdem eine respektable Violetta aufbieten. Da hat es Tenor Antonio Poli schon schwer, an ihrer Seite mitzuhalten. Besonderer Erwähnung sollte der an diesem Abend exzellente Bassbariton Dong Hwan Lee als Alfredos Vater Giorgio erfahren. Die Chöre, die heute ja nicht nur singende Statisterie sind, sondern sich auch schauspielerisch aktiv „einbringen“ müssen: tadellos. Das Orchester: einfühlsam-perfekt. Ein rundes, trotz Violettas düsterem Ende leichtes Opernvergnügen - mit vernehmlichen Bravorufen für Ciofi.

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