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Livekritik zu

Das Feuerschiff

02.10.2016 - 31.05.2017 | Berlin [ Mitte ] / Deutsches Theater Berlin - Kammerspiele
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august14979
am 05.04.2017

Eine Erzählung von Siegfried Lenz, da gehen die Erwartungen des Theaterbesuchers schon ein wenig in die Höhe. Vier Personen stehen im Mittelpunkt: der Kapitän des Feuerschiffes und sein Sohn (Ulrich Matthes als Kapitän Freytag und Timo Weisschnur in der Rolle des Fred) auf der einen, die beiden Gangster (Hans Löw als Dr. Caspary und Bozidar Kocevski als Eugen sowie Edgar). Die Gangster wollen, weil ihr eigener Kahn seeuntüchtig und nicht reparabel ist, mit dem Feuerschiff zwecks Flucht an Land. Der Kapitän verweigert sich, weil sein Feuerschiff als wichtiger Ortungspunkt für die Schifffahrt den Ankerplatz nicht verlassen darf. Ein Konflikt, aus dem man etwas hätte zaubern können. Ein Geschichte mit Zündstoff, hier der Käptn, der Gewalt ablehnt, um seine Leute nicht zu gefähreden; dort sein Sohn, der unbedingt die gewaltsame Befreiung anstrebt. Aber die Regie (John von Düffel) zaubert nichts. Was folgt, ist eine kleine, stereotype Vater-Sohn-Debatte, die mit zwei Hauptsätzen und einem Nebensatz schon erledigt scheint. Man zankt ein wenig, der Sohn zeiht seinen Sohn der Feigheit und rührt in alten Wunden. Das war's schon. Beide gehen von der Bühne, die Gangster kommen von der anderen Seite. Verzweifelt anmutende Handbewegungen - denn irgendetwas muss man ja machen, wenn die Regie sonst schon nichts fordert - stehen ersatzweise für Zwiegespräche.

Diese Bühnenbearbeitung bietet Dialoge auf Sparflamme. Die Zuschauer müssen sich mit Gesten, Achselzucken und dem bohrenden Blick von Ulrich Matthes begnügen. Die meiste Zeit stehen die Akteure stocksteif in der Gegen herum, schweigen sich an oder schauen tiefschürfend Richtung Publikum. Die Erzählung wurde auf 80 Minuten Theater "eingedampft". Zum Glück, denn im vorliegenden Fall können auch 80 Minuten verdammt lang werden. Fazit: Josua Rösings erste Inszenierung am Deutschen Theater ging leider in die Hose.

 

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