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Vom Leben in den Dingen: Gyula Molnár

Die Schaubude Berlin widmet dem Objekttheaterkünstler ein viertägiges Special

„Ein Kind sieht einen Schwamm, die Augen in Höhe des Waschbeckens. Es wechselt den Maßstab seines Blickes und tritt in spielerische Dimensionen ein: Die Höhlen des Schwamms bevölkern sich mit prädiluvialen Monstern. Aus einem gewöhnlichen Haushaltsutensil macht es ein Instrument der Imagination.“

© Eva KaufmannDass der Kombination der Begriffe Objekt und Theater nur scheinbar ein Widerspruch innewohnt, ist mit dieser Beschreibung des kindlichen Spiels eindrucksvoll bewiesen. Christian Carrignon nutzt diese Worte in seinem Aufsatz „Eine kleine Geschichte des Objekttheaters“ (Verlag Theater der Zeit) und liefert damit gleichsam die perfekte Heranführung an dieses Genre. Es kann nicht nur gelingen, mit vermeintlich leblosen Dingen Dynamik auf eine Theaterbühne zu bringen und Geschichten zu erzählen. Vielmehr findet manches, was eigentlich unaussprechlich ist, im Spiel mit den vorgefertigten Gegenständen („Ready Mades“) eine ganz besondere Sprache.

Einer der das europäische Objekttheater maßgeblich beeinflusst hat, ist Gyula Molnár. Mit seiner Inszenierung „Drei kleine Selbstmorde“ sorgte der gebürtige Ungar zunächst für Kopfschütteln. Heute gilt diese Arbeit als richtungsweisender Klassiker des Objekttheaters. Die Schaubude Berlin widmet dem Tausendsassa und Weltbürger Molnár vom 12. bis zum 15. Februar ein Special. Den Auftakt macht Alexandra Kaufmanns kongeniale Interpretation der „drei kleinen Selbstmorde“. Mit gewöhnlichen Alltagsgegenständen erzählt sie drei sinnlich-poetische Geschichten über das Leben und Sterben, über Sehnsucht und Leidenschaft. „Hermann geht nach Engelland“ (Berlinpremiere am 13. Februar) handelt von einem deutschen Alleinunterhalter, der – ein buntes Unterhaltungsprogramm zur Steigerung der Kampfmoral im Gepäck – ins besetzte Frankreich beordert wird. (Spiel: Hartmut Liebsch).

© Ilaria ScarpaIn „Corazón-Corazón“, einer Neufassung der Inszenierung „Oma Roma“, steht Gyula Molnár am 14. Februar an der Seite von Francesca Bettini selbst auf der Bühne. In „Kasperls Wurzeln“ (15. Februar) gibt es dann ein Wiedersehen mit Alexandra Kaufmann. Das Stück entstand in Zusammenarbeit mit dem Kollektiv Kaufmann & Co. Mitwirkende u.a.: Ein von Motten und Holzwürmern gequälter Wolf, ein Zicklein in relativ gutem Zustand, der Tod, ein schwangeres Krokodil und der Meister Molnár höchst selbst. livekritik.de verlost für jede der vier Inszenierungen je 1x2 Tickets.

 

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der Schaubude Berlin.

Fotos:
Drei kleine Selbstmorde © Eva Kaufmann
Corazón Corazón © Ilaria Scarpa
Kasperls Wurzeln © Lutz Anthes

© Lutz Anthes

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